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Die Bemühungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, sind durch die Corona-Krise ins Stocken geraten.  Foto: BMG/Schinkel

Die Bemühungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, sind durch die Corona-Krise ins Stocken geraten.  Foto: BMG/Schinkel

05. August 2020
Personalmangel in der Pflege

Anwerbung ausländischer Pflegekräfte stockt wegen Corona

Aufgrund der Corona-Krise ist die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte ins Stocken geraten. Im Sommer vor einem Jahr hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) entsprechende Initiativen im Kosovo, auf den Philippinen und in Mexiko gestartet, weil in Deutschland Fachkräfte in der Pflege fehlen.

Durch die Pandemie seien die Maßnahmen zur Anwerbung auf den Philippinen und in Mexiko derzeit auf unbestimmte Zeit unterbrochen, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. "Ursprünglich war ab dem zweiten Quartal 2020 die Einreise der ersten zusätzlich angeworbenen Pflegefachkräfte vorgesehen." Eine Einreise aus dem Kosovo und weiteren Westbalkan-Staaten nach Deutschland sei auch aktuell grundsätzlich möglich. Amtliche Zahlen über die Zuwanderung von Pflegefachkräften aus den drei genannten Ländern gibt es nach Ministeriumsangaben für 2019 und 2020 aber noch nicht.

Mit der Anwerbung von Personal im Ausland soll der Personalengpass in der Pflege entschärft werden. Entsprechende Programme führt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammen mit der Bundesagentur seit mehreren Jahren durch. Spahn hatte im vergangenen Jahr zusätzlich eine weitere Initiative gestartet. Eine neue Fachkräfteagentur (Defa) wurde gegründet, um Pflegefachkräfte schneller nach Deutschland zu holen. Die Agentur mit Sitz in Saarbrücken kümmert sich um Visaanträge, die Anerkennung von Berufserlaubnissen, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse. Wie Spahns Ministerium nun mitteilte, hat die Defa inzwischen für mehr als 1300 Pflegefachkräfte - vor allem von den Philippinen und aus Mexiko - entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen. Weitere Vereinbarungen befänden sich in Vorbereitung. Nach dem Ende der Pandemie solle eine größere Zahl von internationalen Pflegefachkräften "zeitnah nach Deutschland einreisen und zügig eine Tätigkeit als Pflegefachkraft aufnehmen" können, hieß es weiter.