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Dr. Bodo de Vries, Vorstandsvorsitzender des DEVAP, sagt: "Eine Einteilung in einen ambulanten und einen stationären Sektor ist überholt."

Foto: Evangelisches Johanneswerk

Dr. Bodo de Vries, Vorstandsvorsitzender des DEVAP, sagt: "Eine Einteilung in einen ambulanten und einen stationären Sektor ist überholt."

Foto: Evangelisches Johanneswerk

18. November 2019
Rothgang-Gutachten

Grundlagen für die Überwindung der Sektorengrenze

Für Dr. Bodo de Vries, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), eröffnet das zweite Gutachten zur alternativen Ausgestaltung der Pflegeversicherung von Prof. Dr. Heinz Rothgang den Weg zur Neuorganisation des Leistungs­geschehens.

"Wie erhofft stellen die vorliegenden Überlegungen eine Gesamtvision einer sektorenfreien Pflegewelt dar. Die Neuorganisation des Leistungsgeschehens, die entlang einer neuen Grenze entsteht und nur noch zwischen Wohnen und Pflege differenziert, entspricht unserer Forderung nach der Überwindung der Sektorengrenze. Ambulante und stationäre pflegerische Bedarfe werden durch einen Modulvorschlag harmonisiert. Nun ist es Aufgabe der Wissenschaft, diesen Vorschlag zu validieren und die Module mit Zielen der pflegerischen Interventionen zu hinterlegen", sagte de Vries.

Noch nicht ausreichend harmonisiert seien die Module jenseits der Pflege. "Das vorliegende Konzept sieht bislang hauswirtschaftliche Unterstützung im ambulanten Bereich mit Erträgen der Pflegeversicherung vor. Im stationären Bereich sind diese Leistungen dem Bereich der U+V zugeordnet und vom Pflegebedürftigen zu tragen. Für eine vollständige Harmonisierung der Sektoren bedarf es hierzu einer normativen Setzung, die als fachliche und politische Vorgabe das Konzept determinieren muss. Für eine vollständig sektorenfreie, modularisierte Welt müssen außerdem die konkreten Beiträge, die realisierten Formen der Unterstützung und die leistbaren Module von Angehörigen und der Zivilgesellschaft wissenschaftlich beleuchtet und das konzeptionelle bundeslandspezifische Wissen, das als Grundlage des Pflegesatzgeschehens existiert, deutlicher hervorgehoben werden", so de Vries.