News

Ohne die illegal beschäftigten osteuropäischen Pflege- und Betreuungskräfte sei die Pflege in Deutschland nicht zu leisten, sagt Prof. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP). Doch die Politik müsse sie vor Ausbeutung schützen.

Foto: Atelier Ralf Bauer

Ohne die illegal beschäftigten osteuropäischen Pflege- und Betreuungskräfte sei die Pflege in Deutschland nicht zu leisten, sagt Prof. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP). Doch die Politik müsse sie vor Ausbeutung schützen.

Foto: Atelier Ralf Bauer

11. Februar 2019
Gesundheitspolitik

Isfort: "Politik muss bei Schwarzarbeit in der Pflege hinschauen"

Angesichts hunderttausender illegal in deutschen Haushalten arbeitender Betreuungspersonen für Senioren fordern Pflegeexperten ein Hinschauen der Politik. "Man wird sich dem Thema systematisch zuwenden müssen", sagte Pflegewissenschaftler Michael Isfort vom Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) der Deutschen Presse Agentur (dpa).

Die vor allem aus Osteuropa stammenden Betreuer - zu weit über 90 Prozent Frauen - seien längst eine wichtige Säule in der häuslichen Versorgung Pflegebedürftiger - ohne dass die Politik dies in hinreichender Weise zur Kenntnis nehme.

"Wäre häusliche Versorgung zu bewerkstelligen, wenn diese Arbeitsverhältnisse wegfielen? Nein!", sagte Isfort. Zudem gehe es nicht nur um den Schutz von Betreuungspersonen vor Ausbeutung, sondern auch um den der ihnen anvertrauten alten Menschen. Nötig sei eine Debatte, die zwischen den beteiligten Ministerien stattfinden müsse. "Da müssen Ausnahmetatbestände definiert und Sozialrechte angefasst werden - es ist ein Riesenaufwand", sagte er. "Aber es muss passieren."