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Landessozialminister Karl-Josef Laumann forderte auf dem Altenhilfekongress eine Entflechtung von MDK und Krankenkassen.

Foto: Harald Westbeld/Caritas Münster

Landessozialminister Karl-Josef Laumann forderte auf dem Altenhilfekongress eine Entflechtung von MDK und Krankenkassen.

Foto: Harald Westbeld/Caritas Münster

16. Mai 2019
Altenhilfekongress der Caritas im Bistum Münster

Laumann bezweifelt Unabhängigkeit des MDK

NRW-Landessozialminister Karl-Josef Laumann bezweifelt die Unabhängigkeit des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Auf dem 2. Altenhilfekongress der Caritas im Bistum Münster forderte er, ihn aus der Trägerschaft der Kranken- und Pflegekassen herauszulösen.

Die Kostenträger könnten nicht gleichzeitig die Institution für ihre Kontrolle verantworten. "Da glaube ich nicht an die Unabhängigkeit", sagte Laufmann.  In einem künftigen Aufsichtsgremium dürfe es weder Vertreter der Krankenhäuser noch der Krankenkassen geben. Mittlerweile begutachte der MDK jährlich in NRW eine halbe Million pflegebedürftige Menschen und kontrolliere 30 Prozent der Krankenhausrechnungen.

Vor 300 Vertretern und Mitarbeitenden aus Verbänden und Einrichtungen der Caritas in der Diözese Münster wandte sich Laumann auch gegen die "Misstrauenskultur" in der Altenpflege, in der jeder Fehler gleich zum Skandal werde. "Wir müssen an einer Fehlerkultur arbeiten", forderte er. Nur dann könne man ohne Angst arbeiten und unterliege nicht der Versuchung, Fehler zu vertuschen. Der Abschied von den Pflegenoten und die Einführung einer neuen Form der Qualitätsprüfung in der Altenhilfe sollte nach Laumanns Ansicht für einen Neuanfang genutzt werden.