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VDAB-Geschäftsführer Thomas Knieling kritisiert die Arbeitshilfe scharf.

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VDAB-Geschäftsführer Thomas Knieling kritisiert die Arbeitshilfe scharf.

Foto: VDAB

04. September 2017
VDAB zeigt sich befremdet

Personal: Arbeitshilfe stößt auf Kritik

Mit Befremden hat der Verband Deutscher Alten- und Behinderten­hilfe (VDAB) eine Arbeitshilfe für gute Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege zur Kenntnis genommen. Alles, was in der vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Publikation stehen, sei längst bekannt und an gehe der Praxiswirklichkeit der meisten Unternehmen vorbei.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit hat das Freiburger Institut "AGP Sozialforschung" eine Arbeitshilfe für Arbeitgeber in der Pflegewirtschaft erstellt, die Schlüsselfaktoren für gute Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege aufzeigt. Dazu zählen planbare Arbeitszeiten und verlässliche Pausen, angemessene Gehälter, interessante Weiterbildungen, ein verträgliches Maß an Bürokratie und Kontrolle, gut ausgebildete Führungskräfte und eine bessere Gesundheitsförderung im Sinne des Präventionsgesetzes.

Mit Befremden hat der Verband Deutscher Alten- und Behinderten­hilfe (VDAB) diese Arbeitshilfe zur Kenntnis genommen. Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des VDAB: "Hier wird ein Bild von einer angeblichen Mehrheit von Pflegeunternehmen gezeichnet, die die Grundlagen von Personalführung und -entwicklung nicht verstanden haben und diesbezüglich Nachhilfe benötigen. Das Ganze ist noch gepaart mit dem verbal erhobenen Zeigefinger."

Die Arbeitshilfe enthalte keinerlei neue Erkenntnisse. Die Themenfelder waren bereits Teil der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive und anderer Initiativen und sind in der Fachwelt landläufig bekannt. Die Sicherung von Pflegepersonal in der Zukunft ist auch nach Ansicht des VDAB die zentrale Herausforderung.

Dabei gilt es, viele Hausaufgaben zu erledigen. Nicht alle liegen bei den Pflegeunternehmen. Gerade was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeht, ist vor allem auch die Infrastruktur vor Ort gefragt, wie zum Beispiel bei der Frage nach der Öffnungszeit von Kindergärten, so Knieling in einer Pressemitteilung des Verbandes.