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"Im durchgetakteten Pflegealltag sollte der Soziale Dienst einen für alle notwendigen Entschleunigungsfaktor darstellen", ist Sozialdienstleiter Georg Brinkmann überzeugt.

<paragraph align="right">Foto: Werner Krüper</paragraph>

"Im durchgetakteten Pflegealltag sollte der Soziale Dienst einen für alle notwendigen Entschleunigungsfaktor darstellen", ist Sozialdienstleiter Georg Brinkmann überzeugt.

Foto: Werner Krüper

22. Oktober 2019
Beziehung versus Planerfüllung

Sozialer Dienst im Zwiespalt

Eine zunehmend funktionale Pflegeausrichtung könne dem Zwischenmenschlichen immer weniger Platz bieten, ist Georg Brinkmann überzeugt. Der Bonner Sozialdienstleiter, Musiker und Altenheimclown sieht den Sozialen Dienst, der diese Lücke füllen soll, somit in einem Widerspruch.

"Durch die Umdeutung sozialer Tätigkeiten in funktionale wie Förderung, Aktivierung bis hin zu dem irrig gebrauchten Begriff Therapie, wird das nicht steuerbare Soziale in etwas Plan- und Prüfbares umgedeutet." Man singe beispielsweise nicht einfach zusammen und lasse dabei entstehen, was alles beim Singen entstehen könne, sondern man fördere das Gedächtnis, das Gruppengefühl, die Atmung. "Man macht aus einem unberechenbaren gemeinsamen Vorgang eine geplante Anwendung und wird damit vom Beteiligten zum Trainer am Spielfeldrand", kritisiert Brinkmann in der Rubrik "Nachgehakt" in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren.

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