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<paragraph align="left">Sheltie-Rüde Merlin lag in der letzten Sterbephase bei einer Bewohnerin, die ihn besonders gerne mochte, mit auf dem Bett.</paragraph>
<paragraph align="right">Foto: Werner Krüper, Foto vor der Corona-Krise aufgenommen</paragraph>

Sheltie-Rüde Merlin lag in der letzten Sterbephase bei einer Bewohnerin, die ihn besonders gerne mochte, mit auf dem Bett.

Foto: Werner Krüper, Foto vor der Corona-Krise aufgenommen

11. September 2020
Tiergestützte Angebote mit fundierter Ausbildung

Tiere können Sterbebegleitung erleichtern

Das Haus Billetal im schleswig-holsteinischen Trittau hat die Qualität seiner tiergestützten Angebote auf eine neue Stufe gehoben, indem sich das Betreuungsteam systematisch weitergebildet hat. Davon profitiert auch die Sterbegebleitung.

Carina Wrobel, stellvertretende Betreuungsleitung der Einrichtung im Kreis Stormarn hat diesen Sommer ihre Ausbildung zur Fachkraft für Tiergestützte Intervention abgeschlossen. Mit ihrem Sheltie-Rüde Merlin, aber auch mit Kaninchen und Meerschweinchen, sorgt sie jedoch schon seit vielen Jahren für Wohlbefinden bei den Bewohnern.

Im Sterbebegleitungskonzept des Hauses gibt es drei Sterbephasen. Sterbephase I kann bis zu zwölf Monate dauern, Sterbephase II bis zu zwei Monate und die III. Sterbephase beträgt fünf Tage. In der Sterbephase I unterscheiden sich die tiergestützten Angebote oder die tiergestützte Therapie nicht von Angeboten außerhalb der Sterbebegleitung. "In der letzten Sterbensphase können beispielsweise einzelne oder auch mehrere Kaninchen eingesetzt werden", erläutern Wrobel und ihr Kollege und Psychologe Roberto Rotondo im Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Die Kaninchen werden ins Bett gesetzt, können berührt werden oder die Hand wird geführt. "Das Fell und der Herzschlag können gefühlt werden", sagt Wrobel. Der beruhigende Effekt sei bei Hunden und Kaninchen gleich.

"Merlin lag in der letzten Sterbephase bei einer Bewohnerin, die ihn besonders gerne mochte, mit auf dem Bett", so Wrobel. Die Bewohnerin konnte sich verbal nicht mehr äußern, und auch Bewegung war nicht mehr möglich. "Wir führten ihre Hand über sein Fell und ließen sie in Herznähe liegen, damit sie seinen Herzschlag fühlen konnte. Eine Pflegefachkraft kontrollierte mehrfach den Puls und stellte fest, dass der Puls, der vorher sehr hoch, war durch die Anwesenheit des Hundes ruhiger wurde. Einige Minuten nachdem wir das Zimmer verlassen hatten schlief sie friedlich ein", erzählt Wrobel.

Der Einsatz von Tieren in der Sterbebegleitung erleichtere auch dem Team die Sterbebegleitung, unterstreicht Rotondo. Er hat sich über zwei Jahre lang ausbilden lassen: in einer Weiterbildung mit Retriever-Hündin Nora zum "Therapiebegleithundeteam". Seine Beobachtung: "Die Tiere schaffen Ablenkung, eine angenehmere Situation, und der Fokus liegt nicht auf dem Thema Sterben."

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