News

Die Corona-Krise könnte zu Engpässen in der häuslichen Pflege führen.

<paragraph align="right">Foto: Werner Krüper</paragraph>

Die Corona-Krise könnte zu Engpässen in der häuslichen Pflege führen.

Foto: Werner Krüper

25. März 2020
SARS-COV-2

Verband warnt vor Versorgungsnotstand in der häuslichen Pflege

Viele osteuropäische Pflege- und Betreuungskräfte verlassen derzeit wegen der Corona-Krise Deutschland. Der Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP) warnt vor einem Versorgungsnotstand in der häuslichen Pflege.

"Wir rechnen damit, dass ab Ostern 100 000 bis 200 000 Menschen schrittweise nicht mehr versorgt sind, dass sie alleine zu Hause bleiben und dass sie dann in Altenheimen oder Kliniken versorgt werden müssen", sagte VHBP-Geschäftsführer Frederic Seebohm dem ARD-Magazin "Report Mainz". Er forderte eine Passiermöglichkeit für die Betreuungspersonen, damit sie die Grenze nach Deutschland überqueren könnten. Auch die Wartezeiten von bis zu 15 Stunden an der Grenze schreckten ab, wie der Verband erklärte.

Michael Isfort vom Deutschen Institut für Pflegeforschung (dip) sagte dem Magazin, Krankenhäuser könnten die Pflegebedürftigen nicht aufnehmen, weil sie die Plätze für Erkrankte bräuchten. Auch stationäre Pflegeheime seien ausgelastet.

Nach Schätzung des VHBP sind derzeit rund 300 000 osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland tätig. 90 Prozent von ihnen arbeiten schwarz. Isfort betonte, die Betreuungskräfte seien schon immer systemrelevant, da sie das Versorgungssystem der Pflegebedürftigkeit stabilisierten. Dabei spiele es keine Rolle, ob sie legal oder illegal beschäftigt seien.