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Welt-Alzheimertag 2026: Alzheimer Gesellschaft warnt vor Sparkurs zulasten der Prävention

Zum Welt-Alzheimertag am 21. September kritisiert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass die laufenden Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich vor allem auf Einsparungen zielen und dabei ausgerechnet Angebote treffen, die Pflegebedürftigkeit hinauszögern könnten. Rund 36 Prozent aller Demenzerkrankungen wären nach Angaben der Organisation vermeidbar.

Lilja Helms, 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Foto: Privat

Seit 1994 findet der Welt-Alzheimertag jedes Jahr am 21. September statt, begleitet von der bundesweiten „Woche der Demenz“ vom 21. bis 27. September mit Aktionen, die auf die Lage von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam machen sollen. Das Motto 2026 lautet „Demenz – (k)eine Frage des Alters“.

Die Mehrheit der Betroffenen ist zwar älter als 65 Jahre, Demenzerkrankungen treten aber auch in jüngeren Jahren auf. Hinzu kommt der Kreis der Mitbetroffenen: Partner:innen, Kinder, Enkelkinder, Nachbar:innen und Kolleg:innen unterschiedlicher Generationen. Demenz sei daher kein Phänomen, das „irgendwann einmal“ andere betreffe, sondern eine gemeinsame Aufgabe, die das Zusammenleben schon heute präge, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

1,8 Millionen Betroffene – bis 2050 bis zu 2,7 Millionen

Demenz ist laut der Gesellschaft die Diagnose, die am häufigsten zum Eintritt von Pflegebedürftigkeit führt. „Wir wissen, dass durch eine konsequente Prävention rund 36 Prozent aller Demenzerkrankungen in Deutschland vermieden werden könnte“, sagt Lilja Helms, 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Derzeit leben demnach rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland; bis 2050 werde die Zahl auf bis zu 2,7 Millionen steigen.

Neben der Vermeidung von Neuerkrankungen verweist die Organisation auf den Krankheitsverlauf: Frühzeitige Behandlung, Anpassungen des Lebensstils und gezielte Unterstützung beim Erhalt der Selbstständigkeit könnten den Verlauf deutlich verzögern und damit den Eintritt der Pflegebedürftigkeit nach hinten schieben. Voraussetzung sei eine frühe Diagnose, die nach Einschätzung der Gesellschaft weiterhin viel zu selten gestellt wird, sowie darauf aufbauende Angebote wie spezialisierte geriatrische Rehabilitation und Alltagsunterstützung.

Beitragsstabilisierungsgesetz und Pflegeneuordnungsgesetz in der Kritik

Genau diese Angebote geraten nach Darstellung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unter Druck. Geriatrische Rehaeinrichtungen sähen sich insbesondere durch das Beitragsstabilisierungsgesetz zunehmend belastet. Über das Pflegeneuordnungsgesetz sollen ab dem kommenden Jahr voraussichtlich die niedrigschwelligen alltagsunterstützenden Angebote bei Pflegegrad 1 entfallen.

Prävention werde damit offenbar auf Beratung reduziert, während der Zugang zu höheren Pflegegraden – in denen unterstützende Leistungen hinterlegt sind – erschwert werde. Das greife deutlich zu kurz, so die Kritik. Zwar tauche der Begriff Prävention in den Reformdebatten an mehreren Stellen auf, die Einsparungen gingen aber häufig zulasten von Patient:innen, Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. Vermiedene Krankheit und vermiedene Pflegebedürftigkeit verbesserten nicht nur die Lebensqualität, sondern senkten auch die Ausgaben im Gesundheitswesen. Demenzpräventive Maßnahmen wirkten zudem mit Blick auf andere Erkrankungen präventiv.

Ein Überblick über die bundesweiten Veranstaltungen rund um den Welt-Alzheimertag und die Woche der Demenz findet sich unter www.welt-alzheimertag.de.

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