Pflegebedürftige

Schulung: Wenn das Sehen der Gäste eingeschränkt ist

Um das Sehvermögen und damit die Lebensqualität, Sicherheit und Selbstständigkeit von pflegebedürftigen Senioren zu stärken, ließen sich die Mitarbeitenden der Tagespflege „Ringsee“ und der Tagespflege „St. Pius“ in Ingolstadt vom Präventionsprogramm „Gutes Sehen in Pflegeeinrichtungen“ schulen.

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Mit dem richtigen Wissen können sehbeeinträchtigte Senioren in der Tagespflege bedarfsgerecht unterstützt werden. Foto: AdobeStock/SERHII

Allein essen und trinken, den Weg ins Bad finden, den Fernseher bedienen – vermeintlich einfache Tätigkeiten können mit einer Sehbeeinträchtigung zur Herausforderung werden. Obwohl den meisten Menschen bewusst ist, dass das Sehvermögen im Alter nachlässt, sind sich die Wenigsten über die weitreichenden Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen im Klaren.

Um auf die besonderen Bedürfnisse sehbeeinträchtigter Senioren aufmerksam zu machen und Barrieren in deren Alltag abzubauen, informierte das Präventionsteam des Blindeninstituts Würzburg daher die Teams der beiden Tagespflegen vor Ort in Ingolstadt. Auf vielfältige und interaktive Weise wurde das Sehen in den Einrichtungen in den Blick genommen: Die räumliche Gestaltung der Häuser wurde in einer Begehung mit Simulationsbrillen unter die Lupe genommen und das Dokumentationssystem wurde insbesondere mit Blick auf den Aspekt des Sehens – zum Beispiel Brille und Lupe – detailliert betrachtet.

In einer Schulung wurde Basiswissen zu den häufigsten Augenerkrankungen und ihren Auswirkungen im Alter vermittelt und durch Selbsterfahrung für die Beschäftigten der Pflegeeinrichtungen erlebbar gemacht. Mittels Augenüberprüfungen konnte ein Eindruck gewonnen werden, was die Senioren noch sehen können und was nicht. Darüber hinaus befähigt das Erlernen einer Seheinschätzung die Einrichtungen nun, in Verdachtsfällen selbstständig aktiv zu werden. Durch spezielle Beschäftigungsangebote und eine Informationsseite im Internet wird das Wissen auch an die Senioren, Angehörigen und weitere Interessierte weitergegeben.

Das Ziel des Präventionsprogramms ist es, in den teilnehmenden Pflegeeinrichtungen die richtigen Impulse zu setzen, damit sich diese zu „sehgerechten“ Einrichtungen weiterentwickeln. „Das Gute Sehen fördert Selbstständigkeit, psychische Gesundheit, soziale Kontakte, Aktivität und Teilhabe“, resümiert Programmleiterin Sabine Kampmann. „Deshalb werden wir uns gemeinsam mit den bayerischen Pflegeeinrichtungen weiterhin für dieses wichtige Thema einsetzen.“

Die Teilnahme am Präventionsprogramm, das in ganz Bayern aktiv ist, ist für Pflegeeinrichtungen kostenfrei und wird finanziert von den beteiligten Pflegekassen der AOK Bayern, des BKK Landesverbandes Bayern, der IKK classic, der KNAPPSCHAFT und der SVLFG.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.blindeninstitut.de/gutes-sehen zu finden.