Demenz
Innovative Museums-App für Menschen mit Demenz
Die umfassenden Ergebnisse aus dem in Kooperation mit dem Städel Museum erfolgreich durchgeführten Forschungsprojekt „ARTEMIS“ haben erstmals im deutschsprachigen Raum die Machbarkeit und therapeutische Wirkung von speziellen Kunstmuseumsführungen mit anschließender Kreativarbeit für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen nachgewiesen.
Hervorgegangen ist die App aus dem Forschungsprojekt ARTEMIS in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Von analog zu digital
Nun wird in einem aktuellen Nachfolgeprojekt – erneut in Kooperation mit dem Städel Museum und erneut unter der Leitung von Dr. Arthur Schall von der Goethe Universität Frankfurt – das ARTEMIS-Konzept vom Analogen ins Digitale übertragen. Konkret handelt es sich dabei um die Entwicklung einer Webapplikation für interaktive Kunstführungen und deren wissenschaftliche Untersuchung hinsichtlich der Wirkung auf potenzielle Nutzer mit Demenz.
Neben thematischen Kunstführungen, die man Zuhause oder im Museum absolvieren kann, soll die Web-App auch Anregungen für eigene künstlerisch-kreative Arbeit im häuslichen Umfeld bieten. Als psychosoziale Intervention verfolgt „ARTEMIS Digital“ u. a. das Ziel, die Beziehung zwischen demenziell Erkrankten und ihren Angehörigen beziehungsweise Betreuenden zu stärken und sowohl das emotionale Wohlbefinden als auch die Lebensqualität auf beiden Seiten längerfristig zu verbessern.
Wie alles begann
Nach der ersten erfolgreichen Zusammenarbeit überlegten die Projektverantwortlichen im Städel Museum, wie sie das Führungs- und Workshop-Projekt ARTEMIS, das im Städel Museum stattfindet, auch Pflegeeinrichtungen anbieten könnten. „Unser Ziel ist es, mit einer digitalen Anwendung eine größere Reichweite für das Angebot zu schaffen, um Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen weitere Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensqualität zu bieten“, so Dr. Chantal Eschenfelder, Leitung Bildung und Vermittlung am Städel Museum auf der Website des Museums.
Bereits das Vorläuferprojekt hatte gezeigt, wie gut eine spezielle Kunstvermittlung für Menschen mit Demenz aufgenommen wurde. Daraus entstand die Idee, diese Zusammenarbeit und Projektidee für eine digitale Anwendung weiterzuentwickeln. „Um sich ARTEMIS Digital vorzustellen, ist es wichtig, zunächst das analoge ARTEMIS-Programm zu verstehen“, so Eschenfelder. Bei diesem Programm besuchen Menschen mit Demenzerkrankungen und ihren Begleitpersonen gemeinsam mit Kunstvermittlern das Museum. Dort finden Gespräche vor Kunstwerken in einer besonderen Museumsatmosphäre statt, gefolgt von praktischer Arbeit. „ARTEMIS Digital hingegen ist eine völlig andere Erfahrung. Hier müssen wir eine ähnlich anregende Atmosphäre wie im Museum, aber auf digitale Weise schaffen, was viel schwieriger ist.“
Auch im Heim lebende Menschen sollen mitmachen
Konkret nehmen 50 Menschen mit Demenz mit jeweils einem Angehörigen bzw. einer betreuenden Person an der Studie teil. Ziel ist, nicht nur Menschen zu erreichen, die zu Hause betreut werden, sondern auch diejenigen, die bereits in einer Pflegeeinrichtung leben.
Die Anwendung besteht aus verschiedenen Modulen. Enthalten sind Film, Ton, Texte, Bilder und viele interaktive Elemente, bei denen Dinge ausgewählt und geklickt werden können. Jedes Modul wird durch einen ruhigen filmischen Einstieg eingeleitet, begleitet von Musik, die die Stimmung setzt.
Interessierte gesucht, die die App testen möchten
Für die Erprobung der App im Rahmen der Studie werden gesucht: interessierte Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz sowie ihre Betreuungspersonen.
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