Demenz

Menschen mit Demenz auf Weihnachten vorbereiten

Weihnachten gilt als das wichtigste Familienfest im Jahr. Damit Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen die Feiertage entspannt gemeinsam genießen können, gibt es einiges zu beachten.

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Für demenziell veränderte Menschen ist die Vergangenheit häufig präsenter als die Gegenwart. Gerade Weihnachtslieder, Gedichte und Gerüche wecken Emotionen, an die sich selbst Personen mit fortgeschrittener Demenz noch erinnern. Deshalb bietet Weihnachten als Fest der Traditionen und Rituale eine wunderbare Möglichkeit, an Erinnerungen anzuknüpfen und im Kreise der Familie schöne Stunden zu verbringen. Dabei ist es ratsam, einige Aspekte zu beachten.

Gute Vorbereitung auf entspannte Feiertage

Dies beginnt schon bei der Planung der Feierlichkeiten. „Es ist wichtig, auch die betroffene Person in die Vorbereitungen einzubeziehen und ihre Wünsche zu berücksichtigen“, empfiehlt Christian Jungermann, Geschäftsführer des SingLiesel Verlags. „So lässt sich die Überraschung, dass ‚plötzlich‘ Weihnachten ist, häufig vermeiden. Zugleich fühlen sich die Menschen wertgeschätzt und freuen sich, einen Beitrag zum Fest leisten zu können.“ Auch die Gäste sollten auf die besondere Situation vorbereitet sein. Mit einem vorab abgesprochenen Betreuungsplan, an dem sich mehrere Familienmitglieder beteiligen, erfahren Angehörige mit Demenz die nötige Unterstützung und die Hauptbetreuungsperson etwas Entlastung.

Gemütlichkeit statt Überforderung

Wenn es um das Programm für die Festtage geht, ist weniger meist mehr. Kürzere Programmpunkte mit regelmäßigen Ruhepausen entsprechen den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz. So kann eine kurze, nicht zu aufwendige Mahlzeit entspannter sein als ein mehrgängiges Menü und ein Spaziergang mit der ganzen Familie besser geeignet als lange Gespräche in großer Runde. Es gilt, einen Mittelweg zwischen Traditionen und angemessener Begleitung der betroffenen Person zu finden, um sie nicht mit zu vielen Eindrücken zu konfrontieren. Manchmal hilft es auch, bewährte Bräuche umzudenken: Vielleicht ist ein gemeinsamer Besuch in einer offenen Kirche leichter umsetzbar als die Teilnahme am Gottesdienst?

Zu viele Reize vermeiden

Weihnachtliche Lichter, Dekoration und Lieder sind wichtiger Bestandteil des Festes. Für Menschen mit Demenz können zu viele Reize jedoch verwirrend sein. Aus diesem Grund raten Experten, auf üppige oder blinkende Dekorationen, Hintergrundmusik und überfüllte Räumlichkeiten zu verzichten. Bei Betroffenen mit unkoordinierten Bewegungen gilt dies auch für zerbrechliche Dekoration, essbaren Christbaumschmuck und brennende Kerzen. So lässt sich Missgeschicken oder Unfällen vorbeugen. Und wenngleich gedämmtes Licht für eine besinnliche Stimmung sorgt, erleichtern gut ausgeleuchtete Räume Menschen mit Demenz die Orientierung.

Flexibilität und Gelassenheit bewahren

Trotz guter Vorbereitung werden Pannen vermutlich nicht ausbleiben, weiß Christian Jungermann: „Falls mal etwas schiefgeht, ist es wichtig, gelassen zu bleiben und es mit Humor zu nehmen. Entscheidend ist, dass die betroffene Person sich als Teil der Gemeinschaft wahrnimmt.“ Deshalb empfiehlt Jungermann, flexibel zu bleiben und das vorgesehene Programm gegebenenfalls immer wieder anzupassen, um allen Familienmitgliedern ein entspanntes Weihnachtsfest zu ermöglichen.