Management

Worte entscheiden über Erfolg oder Eskalation

Wirksame Kommunikation lebt von Haltung: Wer innere Muster erkennt, bewusst reagiert und Sprache gezielt einsetzt, schafft Vertrauen, verhindert Eskalation und stärkt Führung.

Selbstführung ist eine
entscheidende Kernkompetenz für Führungskräfte.
Foto: AdobeStock/kay fochtmann

„Kommunikation beginnt nicht mit Technik, sondern mit Haltung“, betont Stefan Güsgen, selbständiger Coach, Trainer und Organisationsentwickler (BDVT). In seinem Fachbeitrag in der Zeitschrift Tagespflege (8/2025) beschreibt er, warum gelingende Kommunikation für Führungskräfte in sozialen Berufen vor allem mit Selbstführung zu tun hat.

Selbstführung als Ausgangspunkt

„Ihre innere Haltung bestimmt Ihre äußere Wirkung“, so Güsgen. Kommunikation entstehe nicht im luftleeren Raum, sondern sei geprägt von eigenen Bewertungen, Bedürfnissen und Emotionen. Wer diese Muster erkenne, könne bewusst gegensteuern. Dafür hat der Autor das Modell der „Selbstführung 3xB“ entwickelt: Beobachten, Bewusstmachen, Beeinflussen. „Es geht darum, innezuhalten, bevor Automatismen greifen, und Entscheidungen aus Besonnenheit zu treffen“, erklärt er.

Von Deeskalation bis Selbstbehauptung

Besondere Aufmerksamkeit widmet Güsgen dem Thema Deeskalation. Diese sei „kein Trick, sondern Ausdruck von Selbstführung“. Wer frühzeitig innere Anzeichen von Stress erkenne, könne verhindern, selbst Teil einer Eskalation zu werden. Statt Schlagfertigkeit brauche es in der Führungsrolle Selbstbehauptung: „Ich stehe für mich ein, ohne den anderen kleinzumachen.“

Sprache gestaltet Wirklichkeit

Auch Souveränität versteht Güsgen differenziert. Anknüpfend an das Modell von Friedemann Schulz von Thun unterscheidet er zwischen souveränem Handeln in stabilen Situationen und der eigentlichen „Königsdisziplin“: Selbststeuerung in unsicheren, widersprüchlichen Kontexten. „Gerade in der heutigen VUCA-Welt ist diese Form von Souveränität entscheidend“, so Güsgen. Führungskräfte gestalteten mit Worten nicht nur Gespräche, sondern Wirklichkeit, unterstreicht er: „Wer Führung übernimmt, übernimmt auch Verantwortung für Sprache.“

Der vollständige Fachbeitrag „Wirksame Kommunikation“ von Stefan Güsgen ist in der Tagespflege, Ausgabe 8/2025, erschienen.