Demenz

Kommunikation bei Demenz: Empathie, Geduld und Humor als Schlüssel

Die Kommunikation mit Menschen mit Demenz erfordert besondere Sensibilität und Geduld. Durch das bewusste Eingehen auf ihre nonverbalen Signale und das eigene innere Gleichgewicht können Betreuende Stresssituationen vermeiden und eine tiefere Verbindung aufbauen.

Die innere Haltung ist bei der Kommunikation mit Menschen mit Demenz sehr wichtig. Foto: iStock/Pornpak Khunatorn

Kommunikation bei Demenz: Empathie, Geduld und Humor als Schlüssel: Die Kommunikation mit Menschen mit fortgeschrittener Demenz stellt Betreuende vor besondere Herausforderungen. Laut Expertin Natalie Stenzel sind wir uns oft der Kommunikationsfähigkeiten dieser Menschen nicht ausreichend bewusst. Dabei ist es wichtig, ihre nonverbalen Signale, wie Mimik und Gesten, ernst zu nehmen und zu interpretieren, ähnlich wie bei der Arbeit mit Schlaganfallpatienten oder Menschen mit eingeschränkter Intelligenz.

Innere Haltung

Ein zentraler Aspekt der Kommunikation mit Demenzkranken ist die innere Haltung der Betreuenden. Stenzel betont, dass es wichtig ist, sich vor der Interaktion zu zentrieren und ruhig zu bleiben. Tiefe Atemzüge können dabei helfen, Energie zu bündeln und auf den Moment zu fokussieren. Eine aufrichtige innere Ruhe erleichtert es, auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Senior:innen einzugehen und sie nicht unbewusst zu beeinflussen.

Selbst in Situationen, in denen die Kommunikation zunächst nicht optimal verläuft, ist es möglich, die Situation zu retten. Entscheidend ist, dass der Mensch mit Demenz sich wohl und respektiert fühlt. Ablenkungen sollten minimiert und die Kommunikation in kleine, leicht verständliche Schritte aufgeteilt werden. Humor kann dabei helfen, Missverständnisse abzubauen und eine positive Verbindung zu schaffen – jedoch immer mit der Sensibilität, dass der Betroffene nicht das Gefühl hat, ausgelacht zu werden.

Reflexion und Training

Langfristig empfehlen sich kontinuierliche Reflexion und Training, um die Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Stenzel vergleicht diesen Prozess mit dem Erlernen einer Fremdsprache: Es braucht Zeit und Geduld, aber jede Anstrengung ist wertvoll. Betreuende sollten dabei auch auf sich selbst achten, um Stress zu vermeiden und mitfühlend und gelassen bleiben zu können.

Nähe und Vertrauen

Empathie und Mitgefühl sind unverzichtbar in der Arbeit mit Demenzbetroffenen. Auch wenn Empathie nicht einfach zu erlernen ist, kann sie durch fortlaufende Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen vertieft werden. Dabei spielen nonverbale Signale eine Schlüsselrolle, um Vertrauen und Nähe aufzubauen.

Zusätzlich hebt Stenzel die Bedeutung von Humor und Yoga in ihrer Arbeit hervor. Humor, so sagt sie, hilft, Stress abzubauen und Beziehungen zu stärken. Yoga, das sie seit vielen Jahren praktiziert, bietet nicht nur einen Weg zur inneren Ruhe, sondern ermöglicht es ihr auch, tiefer in die Welt der Demenzkranken einzutauchen. Besonders bewegend ist für sie, wie Yoga den Teilnehmenden hilft, ihre Gefühle auszudrücken und ihre Lebensgeschichte zu teilen.

Stenzel plädiert für eine Kommunikation, die von Mitgefühl, Verständnis und dem Wunsch getragen wird, den Menschen mit Demenz auf ihrem Weg zu begleiten. Durch Achtsamkeit, Humor und die richtige innere Einstellung können Betreuende die Lebensqualität der Senior:innen nachhaltig verbessern.