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Was der Berufsgesundheits-Index über die Situation der Pflegeberufe aussagt

Der jetzt veröffentlichte Berufsgesundheits-Index (BeGX) Kranken- und Altenpflege gibt allen Anlass zur Sorge. Vor allem die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage hat sich drastisch verändert.

Foto: AdobeStock/Björn Wylezich

Der Berufsgesundheits-Index für Alten- und Krankenpflegekräfte hat im Jahr 2022 einen neuen Tiefstand erreicht. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) melden einen Rückgang auf 90 Punkte in der Altenpflege und 77 Punkte in der Krankenpflege. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit 2013. Besonders die Covid-19-Pandemie habe zu diesem Rückgang beigetragen, indem sie die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit stark beeinträchtigte. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage stieg von 26 auf 32 Tage pro Jahr. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller Berufsgruppen liegt bei 15 Tagen.

Der BeGX ist der einzige sozioökonomische Index in Deutschland, der die Berufsgesundheit von Pflegekräften auf Basis von vier Dimensionen – Ressourcen, Arbeitsbedingungen, Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sowie Medien-Meinungsklima – misst und die pandemiebedingten Belastungen besonders sichtbar macht.

2022 war das Jahr mit den höchsten Verdachtsmeldungen auf Covid-19 als Berufskrankheit, so BGW-Hauptgeschäftsführer Jörg Schudmann. Auch das relative Risiko für Berufskrankheiten hat zugenommen. Viele betroffene Pflegekräfte sind nach wie vor langzeiterkrankt. Auch die Belastungen durch Ressourcen und Arbeitsbedingungen sind rückläufig, während sich das mediale Meinungsklima zur Altenpflege durch positive Berichterstattung leicht verbessert hat.