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Katholische Sozialstation Friedrichshafen wird eigenständig und plant Tagespflege

Die Katholische Sozialstation Friedrichshafen hat sich zum 27. Januar 2026 in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) umgewandelt. Mit dieser strukturellen Veränderung geht die Einrichtung einen neuen Schritt in Richtung Eigenständigkeit und Professionalisierung. Die Verantwortlichen sehen hierin eine wichtige Maßnahme, um den Herausforderungen im wachsenden Pflegesektor gerecht zu werden.

Die Katholische Sozialstation Friedrichshafen (Baden-Württemberg) hat sich zum 27. Januar 2026 in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) umgewandelt. Bild: stockpics/Adobe Stock.

Die Entscheidung, die Sozialstation aus der Gesamtkirchengemeinde auszugliedern, wurde durch das Wachstum der Institution und die zunehmenden Anforderungen im Pflegebereich notwendig. Dekan Bernd Herbinger, der im neuen Konstrukt als Gesellschafter fungiert, beschreibt die Umwandlung als „qualitativen Umbau“, der auch das Ehrenamt entlasten soll. Seit der Übernahme des Managements durch Klaus Stuhlmüller im Jahr 2020 konnte die Sozialstation bemerkenswerte Fortschritte verbuchen: „Die Zahl der Mitarbeitenden hat sich auf 74 fest angestellte und 17 ehrenamtliche Personen verdoppelt, der Umsatz liegt mittlerweile bei rund 3,6 Millionen Euro“, so Stuhlmüller.

Die Sozialstation, die sich auf häusliche Pflege spezialisiert hat, betreut aktuell über 1.100 Kund:innen und operiert von drei Standorten aus: Friedrichshafen-Stadt, Manzell und Oberteuringen. Neben der Grund- und Behandlungspflege gehören auch Angebote wie Essen auf Rädern und Betreuungsgruppen zum Portfolio.

Pläne für Tagespflege und Pflege-Wohngemeinschaft

Ein zentrales Zukunftsprojekt der neuen gGmbH ist die Einrichtung einer Tagespflege sowie einer Pflege-Wohngemeinschaft. „Um den Ansprüchen pflegebedürftiger Menschen gerecht zu werden, benötigen wir Neubauten oder Umbauten“, erklärt Klaus Stuhlmüller. Gespräche mit möglichen Partnern laufen bereits, konkrete Details wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Die christlichen Werte sollen dabei weiterhin den Kern der Arbeit prägen. „Es geht nicht nur um Effizienz, sondern auch um das Miteinander“, betont Dekan Herbinger. Stuhlmüller ergänzt, dass die wertschätzende Atmosphäre im Team sowie die faire Bezahlung – mit einem Einstiegsgehalt von 4.200 Euro brutto für ausgebildete Pflegekräfte – maßgeblich zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen.

Die Finanzierung der neuen gGmbH erfolgt durch ein überführtes Vermögen in Höhe von 3,2 Millionen Euro, das die Sozialstation über Jahrzehnte durch Spenden und Rücklagen aufgebaut hat. Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro. „Wir haben eine solide Basis, um die kommenden Herausforderungen zu meistern“, so Herbinger.

Historische Wurzeln und Blick in die Zukunft

Die Katholische Sozialstation Friedrichshafen blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1866 reicht. Damals begannen Vinzentinerinnen mit der Krankenpflege in der Stadt. Heute zählt die Sozialstation zu den mittelgroßen Anbietern in der Region und sieht sich gut gerüstet, um den wachsenden Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Mit der Umwandlung in eine gGmbH und den geplanten neuen Einrichtungen zeigt sich die Sozialstation zukunftsorientiert und ambitioniert. „Wir haben Ideen und Visionen, wie häusliche Pflege in Stadt und Land weiterentwickelt werden kann“, fasst Stuhlmüller die nächsten Schritte zusammen. Quelle: schwaebische.de