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Digitale Teilhabe: BAGSO fordert seniorengerechte Technik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen fordert mehr Rücksicht auf ältere Menschen bei der Entwicklung digitaler Produkte. Vereinfachte Oberflächen und Schulungsangebote könnten die digitale Teilhabe fördern.

Die BAGSO fordert seniorengerechte digitale Anwendungen mit vereinfachten Oberflächen und Schulungsangeboten für bessere Teilhabe älterer Menschen an der digitalen Welt. Foto: David L/peopleimages.com

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) kritisiert, dass bei der Gestaltung digitaler Endgeräte und Anwendungen die Bedürfnisse älterer Menschen oft nicht berücksichtigt werden. In einem kürzlich in Bonn veröffentlichten Impulspapier mit elf konkreten Vorschlägen appelliert die Organisation an Politik, Wirtschaft und Forschung, die Perspektiven älterer Menschen systematisch in die Entwicklung digitaler Produkte einzubeziehen. Obwohl Senior:innen zu den am schnellsten wachsenden Nutzergruppen digitaler Anwendungen zählen, orientieren sich die meisten Angebote vorwiegend an jüngeren Zielgruppen.

„Eine generationenfreundliche Technikgestaltung stärkt nicht nur die digitale Teilhabe älterer Menschen, sondern kommt am Ende allen Nutzerinnen und Nutzern zugute“, betont BAGSO-Vorsitzende Regina Görner. Die Organisation weist darauf hin, dass keiner der großen Techkonzerne bei der Erstinstallation die Möglichkeit bietet, einen vereinfachten Modus zu aktivieren – eine Funktion, die vielen Senior:innen den Einstieg in die digitale Welt erleichtern würde.

Konkrete Verbesserungsvorschläge für mehr Nutzerfreundlichkeit

Das Impulspapier der BAGSO enthält elf konkrete Vorschläge, wie digitale Geräte und Anwendungen seniorengerechter gestaltet werden könnten. Zu den Forderungen gehören vereinfachte Startoberflächen, die eine intuitive Bedienung ermöglichen, sowie verständliche Symbole, die ohne technisches Vorwissen erkennbar sind. Auch Nachrüstoptionen für eine leichtere Bedienung bereits vorhandener Geräte werden gefordert, um älteren Menschen den Umgang mit vorhandener Technik zu erleichtern.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind begleitende Schulungsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Nutzer:innen zugeschnitten sind. Solche Angebote könnten Berührungsängste abbauen und praktische Hilfestellung beim Erlernen neuer Technologien bieten. Die BAGSO betont, dass gute digitale Lösungen barrierefrei, leicht verständlich und lebensnah sein müssen. Dafür sollten Erfahrungen, Routinen und soziale Kontexte der älteren Nutzer:innen stärker berücksichtigt werden.

Digitale Teilhabe als gesellschaftliche Aufgabe

Die BAGSO sieht die digitale Teilhabe älterer Menschen als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der immer mehr Dienstleistungen und Informationen online verfügbar sind, drohen Menschen ohne digitale Kompetenzen ausgeschlossen zu werden. Dies betrifft besonders ältere Generationen, die nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen sind.

Die Forderungen der BAGSO richten sich nicht nur an Technologieunternehmen, sondern auch an politische Entscheidungsträger:innen. Sie sollen Rahmenbedingungen schaffen, die eine inklusive digitale Entwicklung fördern. Auch Forschungseinrichtungen werden aufgefordert, bei der Entwicklung neuer Technologien die Bedürfnisse älterer Menschen systematisch zu berücksichtigen.

Die Impulse der BAGSO kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Digitalisierung durch die Corona-Pandemie einen zusätzlichen Schub erhalten hat. Viele Dienstleistungen wurden in den digitalen Raum verlagert, was die Notwendigkeit barrierefreier und nutzerfreundlicher Anwendungen noch deutlicher macht. Die BAGSO betont, dass eine generationengerechte Gestaltung digitaler Angebote letztlich allen Nutzer:innen zugutekommt – unabhängig vom Alter.