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Tagespflege: Mit Flexibilität und Aufklärung zu höherer Auslastung
Die Auslastung von Tagespflegeeinrichtungen bleibt trotz wachsendem Bedarf hinter den Erwartungen zurück. Ein Schlüssel zur Verbesserung liegt in flexibleren Buchungsmodellen und gezielter Aufklärungsarbeit. Durch die Anpassung an individuelle Bedürfnisse und eine klare Kommunikation der Vorteile kann Tagespflege ihr Potenzial besser entfalten.
Tagespflege bietet vielfältige Vorteile: Pflegebedürftige profitieren von sozialen Kontakten und einer geregelten Tagesstruktur, während Angehörige dringend benötigte Entlastung finden. So zeigt der Fall von Herrn Schneider, einem an Demenz erkrankten 78-Jährigen, wie positiv sich die regelmäßige Nutzung einer Tagespflege auswirken kann. Nach anfänglicher Skepsis entschloss sich seine Frau, ihn zweimal wöchentlich in eine Einrichtung zu bringen. Das Ergebnis: Herr Schneider blühte auf, und seine Frau konnte neue Kraft tanken. Wie die „Pflege an der Volme GmbH“ berichtet, konnte durch diese Maßnahme ein Heimeinzug, den Frau Schneider bereits als unausweichlich angesehen hatte, aufgeschoben werden.
Insgesamt wird der Bedarf an Tagespflegeplätzen in den kommenden Jahren weiter steigen – Prognosen zufolge könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2055 auf 6,8 Millionen anwachsen, berichtet Florian Wilms in seinem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Tagespflege. Gleichzeitig gibt es immer weniger Angehörige, die die Pflege allein stemmen können. Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Marktdurchdringung gering. Die durchschnittliche Auslastung der Tagespflegeeinrichtungen lag Ende 2023 bundesweit bei nur etwa 70 Prozent, während zur Kostendeckung meist eine Auslastung von rund 90 Prozent erforderlich ist.
Hindernisse: Bürokratie, Hemmnisse und mangelnde Flexibilität
Die geringe Nutzung der Tagespflege hat vielfältige Ursachen. Ein wesentlicher Aspekt sind bürokratische Hürden, die viele Angehörige abschrecken. Formulare, Antragsverfahren und unklare Zuständigkeiten wirken gerade in belastenden Lebenssituationen oft überfordernd. Häufig fehlt auch das Wissen über die Finanzierungsmöglichkeiten: Viele wissen nicht, dass die Pflegekasse ein zusätzliches Budget für die Tagespflege bereitstellt. Auch der Begriff „Tagespflege“ selbst sorgt oft für Missverständnisse, da er fälschlicherweise mit einer Heimunterbringung assoziiert wird.
Ein weiteres Problem ist die mangelnde Flexibilität vieler Einrichtungen. Starre Buchungsmodelle, fehlende Fahrdienste und unzureichende Anpassungen an individuelle Bedürfnisse erschweren es Angehörigen, die Angebote wahrzunehmen. Dies ist vor allem in ländlichen Regionen ein Hindernis, wo die Wege oft weit sind und Transportmöglichkeiten begrenzt sind. Gleichzeitig konkurriert die Tagespflege mit anderen Betreuungsformen, etwa ambulanten Diensten oder Seniorenresidenzen, die auf den ersten Blick flexibler erscheinen.
Lösungsansätze für eine bessere Auslastung
Um die Tagespflege erfolgreicher zu positionieren, bedarf es umfassender Aufklärungsarbeit und einer verbesserten Kommunikation der Vorteile. Florian Wilms von der „Pflege an der Volme GmbH“ betont: „Wer Tagespflege erfolgreich positionieren will, muss nicht nur gute Pflege leisten, sondern auch Missverständnisse abbauen und die Vorteile klar kommunizieren.“ Auch organisatorische Anpassungen, wie flexiblere Buchungsmodelle und der Ausbau von Fahrdiensten, könnten dazu beitragen, die Attraktivität der Tagespflegeangebote zu steigern.
Die strukturellen und kommunikativen Herausforderungen der Tagespflege werden auch im Webinar „Tagespflege zwischen Bedarf und Realität: Wege zu mehr Belegung und Stabilität“ am 24. März 2026 um 11:00 Uhr thematisiert.
Lesen Sie den kompletten Beitrag von Florian Wilms in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Tagespflege.
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