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Pflegeausbildung 2025: Rekordzahl von 158.000 Auszubildenden – Männeranteil wächst

Erstmals seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung befinden sich laut Statistischem Bundesamt rund 158.000 Menschen in einer Ausbildung zur Pflegefachperson. Der Männeranteil wächst überdurchschnittlich, das neue Pflegestudium kommt dagegen nur langsam in Gang.

Foto: AdobeStock/Donson/peopleimages.com

Rund 64.300 Auszubildende haben im Jahr 2025 einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann abgeschlossen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilt, entspricht das einem Plus von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 59.400 Neuverträge). Insgesamt befanden sich zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 158.000 Personen in der Pflegeausbildung – ein Höchststand seit Einführung der generalistischen Ausbildung im Jahr 2020.

Die Pflegeausbildung bleibt weiblich dominiert: 71 Prozent der Neuverträge entfielen laut Destatis auf Frauen (rund 45.800), 29 Prozent auf Männer (rund 18.500). Allerdings wächst der Männeranteil dynamischer. Die Zahl der männlichen Auszubildenden mit Neuvertrag stieg gegenüber 2024 um 15 Prozent, während der Zuwachs bei den Frauen bei 6 Prozent lag. Seit dem Start der generalistischen Ausbildung 2020 hat der Männeranteil um 5 Prozentpunkte zugelegt – damals lag er noch bei 24 Prozent.

AGVP-Geschäftsführerin Isabell Halletz wirft der Politik vor, mit starren Personalvorgaben die Versorgung zu blockieren. Obwohl ausreichend ausgebildet werde, könnten Einrichtungen kaum zusätzliche Pflegebedürftige aufnehmen. „Das liegt nicht an den Betrieben, sondern an alten Strukturen“, sagt sie. Fachkraftquote und Personalschlüssel seien aus ihrer Sicht ein Relikt und müssten modernisiert werden, damit mehr Menschen die benötigte Pflege erhalten.

Nach Einschätzung von VDAB-Bundesgeschäftsführer Thomas Knieling zeigen die aktuellen Ausbildungszahlen, wie viel Einsatz die Pflegeeinrichtungen in die Nachwuchsgewinnung investieren. Entscheidend für die Attraktivität einer Ausbildung sei nicht die formale Konstruktion, sondern die Qualität der Begleitung während der anspruchsvollen Lehrzeit. Knieling spricht von einem „Erfolg der Einrichtungen“. Gleichzeitig mahnt er an, dass geringere Abbrecherquoten möglich wären, wenn die Anforderungen weniger komplex ausfielen.

Neben der beruflichen Ausbildung gibt es seit 2024 ein vergütetes Pflegestudium, das auf dem Pflegestudiumstärkungsgesetz basiert. Laut Destatis begannen 2025 rund 800 Studierende dieses duale Studium, das sowohl einen Bachelorabschluss als auch die Berufszulassung als Pflegefachperson umfasst. Insgesamt waren zum Jahresende rund 1.800 Pflegestudierende eingeschrieben. Der Frauenanteil liegt hier mit 77 Prozent noch höher als in der beruflichen Ausbildung; nur 22 Prozent der Studierenden sind Männer.

„Diese Zahlen beantworten die wichtigste Frage nicht: Wie groß ist inzwischen die Abwanderung aus der Langzeitpflege in die Krankenhäuser? Die Generalistik verzeichnet ihre Zuwächse vor allen in den Kliniken, während in der Altenpflege Azubis spürbar fehlen. Die Debatte um eine Neugestaltung des Pflegebudgets muss wieder Fahrt aufnehmen. Wertvolle Fachkräfte dürfen nicht in den Kliniken Betten schieben, während die Kapazitäten in der Langzeitpflege wegbrechen. Das kann sich Deutschland schlicht nicht leisten. Gleichzeitig müssen alle Zugangswege wieder geöffnet werden. Die frühere eigenständige Altenpflegeausbildung war das Paradebeispiel dafür und fehlt heute bitter“, ordnet bpa-Präsident Bernd Meurer ein.

Mit dem Pflegeberufereformgesetz von 2017 wurden die zuvor getrennten Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege zum einheitlichen Berufsbild Pflegefachfrau/-mann zusammengeführt. Die dreijährige Vollzeitausbildung wird seit 2020 angeboten und findet an Pflegeschulen sowie in Krankenhäusern und stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen statt. Es handelt sich nicht um eine Ausbildung im dualen System.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind vorläufig. Endgültige Ergebnisse mit weiteren Detailmerkmalen will Destatis im Juli 2026 vorlegen.