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NRW: Pflegeschulen ohne Notfallpläne bei Gewalt
Pflegeschulen in Nordrhein-Westfalen haben keinen Zugang zu etablierten Notfall- und Schutzkonzepten wie andere Schulen. Laut Caritas fehlen konkrete Hilfen bei Gewaltvorfällen – trotz wachsender Probleme im Ausbildungsalltag. Die Forderung nach politischem Handeln wird lauter.
Wenn es an Schulen zu Gewalt kommt, greifen in vielen Fällen abgestimmte Präventions- und Notfallkonzepte. Für Bildungseinrichtungen der Pflege- und Gesundheitsberufe in Nordrhein-Westfalen gilt das jedoch nicht. Sie seien „von der wichtigen politischen und öffentlichen Unterstützung ausgeschlossen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Caritas im Bistum Münster.
Kathrin Folz, Leiterin der Pflegeakademie in Datteln, kritisiert: „Nicht nachvollziehbar. Wir sind bei diesen Hilfsmaßnahmen außen vor.“ Gewalt mache auch vor Pflegeschulen nicht halt: „Wir sind keine Inseln der Glückseligkeit, an denen gesellschaftliche Entwicklungen vorbeifließen.“
Zunehmende Gewalt im Ausbildungsalltag
Nach Angaben aus der Praxis nehmen Konflikte und Übergriffe zu. „Verbal und körperlich“, beschreibt Folz die Situation. Es gehe um „Mobbing, Beschimpfungen, Drohungen“, aber auch um Sachbeschädigung. So sei etwa eine Demonstrationspuppe „massiv beschädigt“ worden – „mutwillig verübt, mit hohem Sachschaden“.
Zwar seien Prävention, Deeskalationstrainings und Krisenkonzepte Bestandteil der Ausbildung, doch reiche das nicht aus. „Wenn es bei uns zu einer Situation schwerer Gewalt käme, wären wir erst einmal auf uns allein gestellt“, so Folz.
Forderung nach politischer Lösung
Der Caritasverband für die Diözese Münster fordert deshalb eine Gleichbehandlung mit allgemeinbildenden Schulen. „Es muss eine Gleichbehandlung […] beim Zugang zu Schutz-, Krisen- und Notfallkonzepten geben“, sagt Referent Jonas Vorderwülbecke.
Trotz zweijähriger Gespräche mit dem zuständigen Ministerium gebe es „bis heute keine konkreten Ergebnisse“. Besonders kritisch: Wichtige Instrumente wie ein Notfallordner mit Ansprechpartner:innen, Meldeketten und Sofortmaßnahmen stünden nicht zur Verfügung. „Wir brauchen jetzt […] eine konkrete Lösung“, so Vorderwülbecke. „Der Notfallordner muss endlich für alle zugänglich sein“.
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