News
Pflegebegutachtung erhält erneut hohe Zufriedenheitswerte
Die jährliche Versichertenbefragung des Medizinischen Dienstes zeigt: Eine große Mehrheit der Befragten bewertet die Pflegebegutachtung positiv – unabhängig davon, ob sie per Hausbesuch oder Telefoninterview stattfand. Gleichzeitig wünschen sich Versicherte mehr individuelle Beratung.
Laut dem Medizinischen Dienst Bund gaben 86,1 Prozent der Befragten an, mit der Begutachtung im Hausbesuch insgesamt zufrieden zu sein. Bei der Begutachtung per strukturiertem Telefoninterview lag der Wert bei 83,9 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf rund 31.000 anonymisierten Fragebögen, die von einer externen wissenschaftlichen Stelle ausgewertet wurden. Insgesamt waren im vergangenen Jahr etwa 81.000 Fragebögen verschickt worden – 54.842 an Versicherte nach einem Hausbesuch und 26.042 nach einem Telefoninterview. Der bundesweite Gesamtbericht sowie regionale Einzelberichte wurden nun veröffentlicht.
Inhalt
Hausbesuch und Telefoninterview auf ähnlichem Niveau
Die Zufriedenheitswerte beider Begutachtungsformen nähern sich laut dem Medizinischen Dienst Bund weiter an. Beim Hausbesuch zeigten sich 8,7 Prozent der Befragten teilweise zufrieden und 5,1 Prozent unzufrieden. Beim Telefoninterview lagen die entsprechenden Werte bei 10,5 Prozent (teilweise zufrieden) und 5,7 Prozent (unzufrieden). Der Abstand zwischen den beiden Begutachtungsarten fällt damit insgesamt gering aus.
Besonders positiv bewerteten die Versicherten laut der Befragung die Termintreue und die persönliche Vorstellung der Gutachterinnen und Gutachter: In beiden Kategorien äußerten sich über 95 Prozent zufrieden. Auch bei Kriterien wie Vertrauenswürdigkeit, Kompetenz, Einfühlungsvermögen und respektvollem Umgang lagen die Zufriedenheitswerte jeweils bei rund 90 Prozent. Die Kompetenz der Gutachterinnen und Gutachter war den Versicherten dabei laut der Auswertung besonders wichtig. Carola Engler, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bund, sagte dazu: „Wir freuen uns, dass so viele Versicherte unsere Gutachterinnen und Gutachter als freundlich, kompetent und empathisch wahrnehmen. Das spricht für die hohe Professionalität des Medizinischen Dienstes.“
Versicherte wünschen sich mehr Beratung
Trotz der insgesamt positiven Rückmeldungen offenbart die Befragung laut dem Medizinischen Dienst Bund auch Handlungsbedarf. Knapp 80 Prozent der Befragten waren mit der Beratung innerhalb der Begutachtung zufrieden – beim Hausbesuch 78,6 Prozent, beim Telefoninterview 77 Prozent. Damit liegt die Beratungszufriedenheit spürbar unter den übrigen Kategorien. Die Versicherten wünschten sich demnach mehr Beratung und konkrete Impulse zur Verbesserung ihrer individuellen Pflegesituation.
Engler kündigte an, die Pflegebegutachtung schrittweise weiterentwickeln zu wollen, „um eine möglichst bedarfsgerechte Versorgungsplanung sicherzustellen“. Dabei sollen laut der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker genutzt werden.
Hohe Rücklaufquote und über 11.000 freie Kommentare
Die Beteiligung an der Befragung war laut dem Medizinischen Dienst Bund erneut hoch. Von den rund 81.000 versandten Fragebögen wurden etwa 31.000 beantwortet und ausgewertet – davon 20.469 zum Hausbesuch und 10.117 zum Telefoninterview. Zusätzlich nutzten über 11.000 Befragte die Möglichkeit, in freien Kommentaren Lob und Kritik zu äußern. Der Medizinische Dienst wertet diese Rückmeldungen nach eigenen Angaben systematisch aus, um die Abläufe der Pflegebegutachtung kontinuierlich zu verbessern.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren