News
Viele Menschen von Pflegearmut betroffen – Mehrheit fordert Reform
Pflege kann in Deutschland für viele Menschen zur finanziellen Belastung werden. Nach einer Umfrage für den Pflegereport der DAK-Gesundheit hat fast jede zweite Pflegeperson im eigenen Umfeld erlebt, dass durch Pflege das eigene Haus oder ein Großteil der Ersparnisse verloren ging. In der Gesamtbevölkerung berichten 31 Prozent von solchen Erfahrungen.
Die Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt zudem einen breiten Wunsch nach politischen Veränderungen: 69 Prozent der Befragten sprechen sich für eine umfassende Reform des Pflegesystems aus. Zwei Drittel halten die derzeitige Lage in der Pflege für schlecht, die Hälfte rechnet mit einer weiteren Verschlechterung.
Einschnitte zur Stabilisierung des Systems würden zwar von jedem zweiten Befragten grundsätzlich akzeptiert. Konkrete Kürzungen stoßen jedoch auf Ablehnung: 67 Prozent halten Einschnitte beim Pflegegeld für inakzeptabel. Gleichzeitig rechnen viele Menschen mit steigenden finanziellen Belastungen. 61 Prozent halten höhere Beiträge oder Leistungskürzungen für unvermeidbar, rund die Hälfte erwartet deutlich steigende Pflegebeiträge.
DAK-Chef Andreas Storm warnte, Pflegearmut sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bund und Länder müssten rasch handeln, um eine umfassende Reform umzusetzen. Ziel müsse es sein, die stark steigenden Kosten in Pflegeheimen zu begrenzen, damit Pflegebedürftigkeit nicht zur „Armutsfalle“ werde.
Für die Untersuchung wurden im Februar 2026 mehr als 2.100 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren befragt. Gesundheitsministerin Nina Warken hatte angekündigt, bis Mitte Mai einen ersten Entwurf für eine Reform der sozialen Pflegeversicherung vorzulegen.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren