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30 Jahre Tagespflege im ländlichen Raum

Die erste Tagespflege im ländlichen Raum, das Gertrud-Luckner-Haus in Bedburg-Hau, wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Sabrina Höhn leitet seit Januar 2021 die Tagespflege in Trägerschaft der Caritas-Altenhilfe gGmbH in Bedburg-Hau.

Heute leitet Sabrina Höhn (r.) die Tagespflege in Bedburg-Hau. Im ehemaligen Pastoratsgebäude können bis zu 14 Gäste, montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, betreut werden. Foto: Julia Lörcks

Mitarbeiter der ersten Stunde ist Norbert Hufschmidt. Der langjährige Leiter der Caritas-Sozialstation, der heute noch im Bereich des Hausnotrufes tätig ist, erinnert sich noch ganz genau: „Ideengeber war damals Hans-Peter Bause. Er hatte in einer Fachzeitschrift Anfang der 90er Jahre von dem neuen Angebot in Großstädten gelesen und schlug das seinem Vorgesetzten vor.“ Mit Erfolg: Der damalige Geschäftsführer des Caritasverbandes Kleve e.V., Gerhard Roth, war schnell überzeugt. Nach einer kurzen Suche nach geeigneten Räumlichkeiten wurde der Verband in der Gemeinde Bedburg-Hau fündig.

Erst acht dann 14 Plätze

„Dort bot man uns das ehemalige Pfarrheim in unmittelbarer Nähe zur alten Kirche St. Antonius Hau an“, berichtet Norbert Hufschmidt, der der erste Leiter der Tagespflege war. „Das war eine Besonderheit. Denn die Tagespflege war die erste im ländlichen Raum überhaupt. Eröffnet wurde sie am 16. August 1993 mit acht Plätzen.“ Nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2010 bietet das ehemalige Pastoratsgebäude seither Platz für bis 14 zu betreuende Personen, montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.

An der Idee der Tagespflege hat sich bis heute nichts geändert. Damals wie heute bietet eine Tagespflege vor allem Entlastung für pflegende Angehörige. „Sie ist für ältere Menschen, die in den eigenen vier Wänden leben, aber tagsüber nicht allein bleiben möchten oder können, zudem ein idealer Ort für Beschäftigung und Begegnung“, meint Norbert Hufschmidt.

Dem kann Pflegedienstleiterin Sabrina Höhn nur zustimmen: „Wir fördern die Bewegung im Alter und bieten Gedächtnistraining an. Morgendliche Zeitungsrunden gehören genauso wie Spiele- und Bastelnachmittage zum Angebot unserer Tagespflege dazu. Nach der Ankunft durch den Fahrdienst beginne der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. „Auch das ,Elführken` gehört bei uns dazu“, sagt Sabrina Höhn.

„Wir kochen noch selbst“

Ihr zur Seite stehen vier weitere Pflegefachkräfte, zwei Pflegeassistenzkräfte, zwei Alltagsbegleiterinnen und eine Köchin. „Wir kochen noch selbst – sehr zum Genuss unserer Gäste „, sagt Sabrina Höhn. Die Räumlichkeiten – ein großes Wohnzimmer, ein Speise- und Aufenthaltsraum, Küche, das Pastoratszimmer als Ruhe- und Fernsehraum sowie ein Mehrzweckraum und mehrere Bäder – erstrecken sich über zwei wohnliche Etagen. Diese sind mit einem Aufzug barrierefrei zugänglich. Dazu gibt es einen großen Garten.

So sah es vor 30 Jahren aus

Foto: Caritas Kleve

Der Caritasverband Kleve eröffnete am 16. August 1993 das erste Tagespflegehaus im ländlichen Raum. Kommissarischer Leiter war damals Norbert Hufschmidt (3.v.l.). Mit ihm freuen sich Helga Blass (v.l.), Hans-Peter Bause, Gabriele Hoffmann, Gerhard Roth, Rita Steck, Tillmann Relling, Helga Hendricks und Erik Rabeling.