Ausbildung

akb-Geschäftsführer Johannes Oltmanns: „Unbedingt selbst ausbilden!“

Die akb-Tagespflege aus dem niedersächsischen Bassum bildet seit 2022 selbst Pflegefachpersonen aus. Auch wenn es dafür zunächst einige Hürden zu überwinden galt, lohnt sich die Mühe, berichtet Geschäftsführer Johannes Oltmanns.

Johannes Oltmanns, Pflegedienstleitung der Tagespflege und Geschäftsführung der akb Sozialdienstleistungs GmbH Bassum. Bild: akb Sozialdienstleistungs GmbH Bassum.

Bereits kurz nach der Eröffnung der Tagespflege entschied sich die akb Sozialdienstleistungs GmbH Bassum, auch selbst auszubilden. Doch der Weg dorthin war gar nicht so einfach, berichtet Johannes Oltmanns, Pflegedienstleitung der Tagespflege und Geschäftsführung der akb Sozialdienstleitungs GmbH Bassum, in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“.

„Zunächst war uns unklar, ob wir überhaupt ausbilden dürfen (rechtlich gesehen) und in welchem Bereich wir dann ausbilden“, erläutert er. Eine Pflegeschule sei beispielsweise der Meinung gewesen, dass eine Ausbildung in dem Betrieb gar nicht möglich sei, da man weder ein Krankenhaus noch ein ambulanter Pflegedienst und auch kein Pflegeheim sei. Schließlich habe das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung die Rückmeldung gegeben, dass Tagespflegen nach § 71 Abs. 2 SGB XI zu subsumieren seien und ambulante Pflegedienste nach § 71 Abs. 1 SGB XI. „Damit zählen Tagespflegen zu den stationären Einrichtungen nach § 7 Abs. 1 Nr. 2 PflBG“, so Oltmanns. „Bedeutet, wir sind laut Pflegeausbildungsgesetz eine stationäre Langzeitpflege. Mit dieser Rückmeldung stand dann fest, ja wir dürfen ausbilden.“

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Eine Pflegeschule wies dann auf die maßgeblichen Inhalte der Empfehlungen für den Nachweis der praktischen Pflegeausbildung nach § 60 Abs. 5 Pflegeberufe Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung hin. „Aus diesen gehe hervor, welche Kenntnisse innerhalb der Ausbildung vermittelt werden sollen“, berichtet Oltmanns. Bei der Durchsicht der Kompetenzentwicklung habe es dann einige Punkte gegeben, bei denen nicht wirklich klar war, ob diese tatsächlich vollumfänglich durch die Arbeit in der Tagespflege abgebildet werden könnten. „Hierzu zählten Bereiche der speziellen Behandlungspflege sowie aber auch der Beratung und/oder Körperpflege“, erläutert Oltmanns.

Die Lösung lag in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen: „Wir kooperieren deswegen unter anderem mit einem Pflegedienst, der in vielen Bereichen spezialisiert ist. Außerdem punktuell noch mit Krankenhäusern, Arztpraxen oder Pflegeheimen.“ Mittlerweile sind in Oltmanns‘ Tagespflege zwölf Auszubildende beschäftigt – und er rät anderen Betrieben, dies „unbedingt zu tun und nicht lange zu überlegen“.

Leseb Sie den ganzen Beitrag in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“.

Info: Johannes Oltmanns referiert zum Thema „Ausbildung in der Tagespflege” auf dem TP Kongress vom 12. bis 13. Juni 2024 in Essen.