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Positive Fehlerkultur: Schnitzer als Chance begreifen

Wenn Patzer passieren oder Fehlentscheidungen ans Tageslicht kommen, wächst oftmals der Unmut. Betrachtet man Fehler stattdessen als einen willkommenen Störfall, führt ein effektives Fehlermanagement zu einer kontinuierlichen Verbesserung und langfristigen Erfolgen.

Wenn Fehler als Chance betrachtet werden, aus ihnen zu lernen bzw. Optimierungen vorzunehmen, können sie dazu beitragen, präventiv ähnliche Fehler zu erkennen und damit zu vermeiden, bevor sie passieren. Foto: AdobeStock/Monster Ztudi

In vielen Tagespflegeeinrichtungen fehlt es an einer positiven Fehlerkultur und einem etablierten Fehlermanagement. „Entscheidend ist nicht, ob wir Fehler machen, sondern vielmehr wie wir damit umgehen“, erläutert die Diplom-Psychologin Melanie Hedtfeld in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“. Solange Fehler dazu führten, dass eine Pflegefachperson oder Betreuungskraft Sanktionen erwarten müsse, wenn sie einen Fehler beichte, würden Probleme aus Angst verschwiegen, vertuscht und geleugnet.

Eine konstruktive Fehlerkultur ermutige hingegen dazu, Verantwortung für einen Fehler zu übernehmen und sich die Frage zu stellen: Was lehrt uns dieser Fehler? „Dadurch können Handlungen und Prozesse angepasst werden, was folglich zu Verbesserungen und Fortschritt führt“, so die Expertin. „Fehler sind somit vielmehr Chancen als Versagen und zeigen wichtige Verbesserungspotenziale auf.

Über anonyme Erfassungsmöglichkeit nachdenken

Hedtfeld betont, dass dafür allen Mitarbeitenden bekannt sein müsse, wie die Erfassung von Fehlern ablaufe. Ein Formular für die Erfassung müsse beispielsweise unbedingt leicht und in wenigen Minuten auszufüllen sein, da Fehler ansonsten nicht angegeben würden. „Es lohnt sich auch über eine anonyme Erfassungsmöglichkeit nachzudenken, wie z. B. ein Briefkasten“, so die Psychologin.

Die Implementierung eines guten und vor allem gelebten Fehlermanagements sei zwar aufwendig, lohne sich aber innerhalb kurzer Zeit: „Studien belegen, dass der Aufwand zur nachträglichen Fehlerbeseitigung deutlich höher ist als der Aufwand zur Fehlervermeidung“, so Hedtfeld.

Lesen Sie den ganzen Beitrag in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“.

Tipp: Die Diplom-Psychologin Melanie Hedtfeld referiert auf dem TP-Kongress vom 12. bis 13. Juni 2024 in Essen u. a. zum Thema „Konstruktive Fehlerkultur aufbauen“. Infos unter tp-kongress.de.