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Sprunghafter Anstieg von Pflegefällen im letzten Jahr

Wuchs die Zahl der Pflegebedürftigen in früheren Jahren etwa um 326.000 Fälle pro Jahr, gab es 2023 auf einmal ein Plus von 361.000 Fällen, stellt Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, im Interview mit der Funke Mediengruppe fest.

Im vergangenen Jahr gab es einen deutlichen Anstieg der Pflegefälle. Foto: AdobeStock/Robert Kneschke

Denkbar wäre, dass es ein einmaliger Nachholeffekt der Pandemie ist, so Kiefer. „Sollte dies jedoch ein neuer Trend sein, wird sich die Lage in der Pflege noch einmal deutlich kritischer darstellen.“

Wenn wir so weitermachen, passieren höchstwahrscheinlich drei Dinge, so Kiefer mit Blick auf die Zukunft. „Erstens werden die Kosten für die Pflege in einem Ausmaß steigen, das für sehr viele Pflegebedürftige nicht mehr zu stemmen ist. Zweitens werden Beschäftigte und Arbeitgeber überlastet, sollte die Politik weiter eindimensional und einfallslos auf steigende Beiträge setzen. Drittens muss wirksam zusätzliches Personal in die Pflege geholt werden, und Pflegerinnen und Pfleger müssen im Beruf verbleiben“, fasst Kiefer die Situation zusammen.

„Wenn die Politik weiter ausschließlich an der Beitragsschraube dreht, dann werden die Beiträge schrittweise weiter steigen“, bewertet Kiefer die Lage. Alternative wäre, dass der Staat endlich einige der Leistungen, die er der Pflegeversicherung zuordnet, verursachungsgerecht selbst übernehmen würde. Dann ließe sich der Druck auf die Beitragssätze in der Pflegeversicherung deutlich reduzieren. „Wenn der Bund das nicht übernimmt, werden die Beiträge in der Pflegeversicherung um mindestens 0,2 Prozentpunkte steigen müssen“, so Kiefer.