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Tagesstruktur und Spaziergänge wirken Depressionen entgegen

Damit Betreuungsarbeit bei Senior:innen mit Depressionen gelingen kann braucht es ­Empathie und Verständnis und eine individuelle Begleitung. Naturerlebnisse und eine gemeinsam erarbeitete Tagesstruktur sind wichtige Säulen.

Spaziergänge an der frischen Luft können Depressionen entgegen wirken. Foto: iStock/Ocskaymark

Tagesstruktur und Spaziergänge wirken Depressionen entgegen: Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei Depressionen um ernsthafte Erkrankungen, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgreifend beeinflussen. Sie gehen mit Störungen in der Funktion des Gehirns und anderer körperlicher Prozesse einher und verursachen erhebliches Leid. Menschen, die unter einer Depression leiden, haben selten die Möglichkeit, sich aus eigener Kraft von ihrer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und den negativen Gedanken zu befreien.

Dazu schreibt Betreuungsexpertin Sabine Richartz in der aktuellen Aktivieren: „Wir vermeiden die Gefahr der Bagatellisierung, indem wir nicht leichtfertig sagen: Das wird schon wieder. Ebenso verhindern wir die Stigmatisierung, indem wir nicht voreilig urteilen: Die stellt sich aber an!“ Es ist Richartz zufolge somit unerlässlich, Empathie und Verständnis für Menschen mit Depressionen zu zeigen und ihnen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen.

Welche Maßnahmen können getroffen werden, damit eine auf die individuellen Bedürfnisse von depressiven Senior:innen angepasste Betreuung erfolgen kann? In ihrem Methodenkoffer befinden sich: Besprechung und Erarbeitung der Tagesstruktur im täglichen Gespräch, gemeinsame Spaziergänge, Kunst- und Maltherapeutische Ansätze sowie Aromatherapie.

Wie Sie den Tagesablauf gemeinsam strukturieren

Betreuungsmöglichkeiten für ältere Menschen, die an Depressionen leiden, erfordert eine individuelle Herangehensweise. Eine unerlässliche Grundlage für eine solche Betreuung ist die Auseinandersetzung mit der Biografie. „Fragen Sie sich, welche Interessen die betreffende Person im Laufe ihres Lebens hatte und welche Erinnerungen positiv besetzt sind“, so Richartz.

Tagesstrukturierende Maßnahmen seien entscheidend, da Menschen, die an Depressionen leiden, oft einen Mangel an Motivation verspürten, weiß die Expertin. Der fehlende Antrieb führe dazu, dass sie keine Aktivitäten unternähmen. Dies könne die Depression in einem negativen Kreislauf verstärken. „Die Einführung von Strukturmaßnahmen im Tagesablauf kann jedoch positive Erfahrungen ermöglichen. So können Sie den Teufelskreis der Depression zumindest bremsen“, empfiehlt die Aktivieren-Autorin.

Ihr Tipp: „Läuten Sie den Morgen mit einer persönlichen Begrüßung ein, gefolgt von einer gemeinsamen Besprechung des Tagesablaufs mit der betroffenen Person. Es ist auch hilfreich, einen schriftlichen Tagesplan zu erstellen, der individuelle Tagesziele und -wünsche umfasst. Diesen Plan können Sie während des morgendlichen Gesprächs gemeinsam ausarbeiten. Je nach den Bedürfnissen und Wünschen können Sie auch eine Einladung oder Abholung vor den festgelegten Aktivitäten anbieten.“