Aktivierung und Betreuung

Fit für Angebote rund um den Garten

Seit nunmehr drei Jahren fördert die Krankenkasse IKK classic ein Schulungsprogramm, dass Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen über ein Jahr lang in Gartentherapie qualifiziert. Die Bewerbungsphase für 2025 läuft noch.

Durch Naturkontakte, wie die Arbeit im Garten, können zum Beispiel kognitive Fähigkeiten besser erhalten werden. Foto: Lars Patzek / fotolia

Fit für Angebote rund um den Garten: Nicht zuletzt die Coronazeit hat aufgezeigt, wie bedeutsam Naturkontakte auch für den Menschen sind. Sie können sogar ein menschliches Grundbedürfnis sein. Kurz vor Ausbruch der Pandemie konnte eine der umfangreichsten Studien der letzten Jahre zu diesem Thema abgeschlossen werden. Sie ging der Frage nach: Kann Gartentherapie ein probates Mittel zur Gesundheitsförderung für Menschen mit Demenz sein? Zur Beantwortung hatte die Krankenkasse IKKclassic 2018 das sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut ILAG (Institut Leistung Arbeit Gesundheit) beauftragt. Das Ergebnis war ein deutliches „JA!“. So zeigten sich ein deutlich besserer Erhalt kognitiver Fähigkeiten und eine ebenso deutliche Verbesserung emotionaler Zustände.

Aus Pilotprojekt entsteht Förderprogramm

Auf dieser Basis hat die IKK classic 2021 ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Dafür ist wiederum das ILAG – in Zusammenarbeit mit GÄRTEN HELFEN LEBEN (GHL) – Institut für Gartentherapie verantwortlich. Unterstützt wurde dieses durch die IGGT. Im Rahmen des Projekts „Gartentherapie als Präventionsmaßnahme” wurden in neun Pflegeeinrichtungen aus drei Bundesländern Mitarbeiter:innen zu „Gartentherapeutischen Assistenzkräften” weitergebildet. Und es ergaben sich Antworten, aus denen inzwischen einem Programm zur Gartentherapie für Altenpflegeeinrichtungen entstanden ist.

„Denn die Studienergebnisse zeigen, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie positiv auf Menschen mit Demenz wirken“, so Andreas Niepel von GÄRTEN HELFEN LEBEN (GHL). Die Studie beschrieb laut Niepel neben eines Best Practise Verzeichnisses auch die verschiedenen Bedingungen, die für eine erfolgreiche Gartenintervention erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem die professionelle Durchführung, passende Konzepte sowie die Anforderung, dass geschulte Ansprechpersonen in den Einrichtungen vor Ort sein müssen.

Pflegeeinrichtungen können sich für kostenlose Schulungsangebote bewerben

Um dieses zu realisieren gibt es nun seit bereits drei Jahren ein Förderprogramm der IKK classic. Dabei können sich bundesweit Einrichtungen bewerben. Sie erhalten im Rahmen des Programms eine Schulung von zwei ihrer Mitarbeiterinnen über ein ganzes Jahr lang. Sie werden im Jahresverlauf als gartentherapeutische Assistenzen geschult. Zum Programm gehört außerdem, dass sie gemeinsam mit den unterstützenden Gartentherpapeuten ein passendes Konzept für ihre Einrichtung erarbeiten. Und während dieses kompletten Jahres kommen registrierte Gartentherapeut:innen in die Einrichtungen. Sie führen gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern und den beiden zu schulenden Kräften entsprechende Einheiten durch.

Bewerbungsphase für 2025 läuft noch

Sämtliche Kosten übernimmt die IKK classic. Detaillierte Informationen gibt es unter anderem beim Institut GÄRTEN HELFEN LEBEN, das die Maßnahme organisiert oder per Mail unter info@gaerten-helfen-leben.org. Zur Zeit läuft die Bewerbungsphase für das Jahr 2025.