News
VKAD regt Ministerium für Pflege und Gesundheit an
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) fordert ein Bundesministerium für Pflege und Gesundheit. Angesichts einer sich zuspitzenden Situation in der stationären und ambulanten Pflege müsse das Thema in der kommenden Legislatur zwingend auf die politische Agenda.
Barbara Dietrich-Schleicher, Vorsitzende des VKAD: „Angehörige, die pflegebedürftige Familienmitglieder unterstützen, sind enorm gefordert. Sie können auch ihrer regulären Beschäftigung nur eingeschränkt oder gar nicht nachkommen – was sich negativ auf Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum auswirkt.“
Akute Probleme erfordern entschlossenes Handeln
Die kommende Bundesregierung müsse die akute Problemlage der Träger von Pflegeeinrichtungen schnellstmöglich angehen. Der VKAD hat neun konkrete Maßnahmen formuliert, um die Versorgung zu stabilisieren und die wirtschaftliche Existenz der Träger zu sichern:
- Zahlungsverzug der Sozialämter: Unbürokratische Vorfinanzierung ermöglichen
- Risiken: Bundesweiten Zuschlag erhöhen
- Pflegesatzverhandlungen: Fristen einhalten und Säumniszuschläge einführen
- Fachkräftemangel: Abschlüsse internationaler Pflegefachkräfte schneller anerkennen
- Investitionskosten: Refinanzierung sichern
- Digitalisierung: Chancen eröffnen
- Pflegeausbildung: Bedingungen verbessern
- Sockel-Spitze-Tausch: Pflegebedürftige systematisch entlasten
- Sektoren: Grenzen endlich abbauen
Ministerium für Pflege und Gesundheit
Pflege ist mehr als ein Fachthema – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Parteien, die Regierungsverantwortung anstreben, müssen die Relevanz des Themas erfassen und strukturelle Veränderungen initiieren. Dietrich-Schleicher: „Das Bundesgesundheitsministerium muss zu einem Ministerium für Pflege und Gesundheit ausgebaut werden. Die Pflege muss die Aufmerksamkeit und die Ressourcen erhalten, die sie dringend benötigt.“
Aber auch die Verantwortlichen in den Ländern müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. „Pflege ist die Grundlage einer solidarischen Gesellschaft. Wer das ignoriert, riskiert den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, mahnt Dietrich-Schleicher.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren