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Häusliche Pflege Woche: Mentale Gesundheit als Führungsaufgabe

Wer führen will, muss zuerst sich selbst führen – und die mentale Gesundheit im Team gezielt stärken, um langfristig Ausfälle zu reduzieren. Im Rahmen der „Häuslichen Pflege Woche“ stand am 13. Mai das Thema mentale Gesundheit im Berufsalltag im Mittelpunkt.

Beraterin und BGM-Expertin Susen Nowara betonte, wie wichtig es vor allem für Führungskräfte ist, die mentale Gesundheit im Blick zu behalten. Foto: Friederike Schildt

Die Häusliche Pflege Woche widmete sich am 13. Mai einem zentralen Thema der Personalführung: der mentalen Gesundheit von Leitungskräften und Teams in der ambulanten Pflege. Susen Nowara, Unternehmensberaterin und Pflegedienstinhaberin, leitete einen praxisorientierten Workshop und betonte: „Selbstführung ist das wichtigste Führungsprinzip.“

Ausgangspunkt ihres Vortrags war ihre eigene gesundheitliche Krise – und die Erkenntnis, wie wichtig es ist, eigene Grenzen zu erkennen. Nowara schilderte eindrücklich, welche enormen Kosten durch Fehlzeiten entstehen: rund 300 Euro pro Tag pro Mitarbeiter. In der Pflegebranche, die laut aktueller TK-Auswertung mit 29,8 Krankheitstagen pro Jahr den Höchstwert erreicht, wirkt sich das besonders deutlich aus.

„Können Patienten nicht liegen lassen“

Viele Pflegekräfte sind zerrissen zwischen Verantwortung und Erschöpfung: Die einen erscheinen krank zur Arbeit (Präsentismus), die anderen greifen schnell zum Krankenschein. „Wir können unsere Patienten nicht einfach liegen lassen“, so Nowara. Das führe zu chronischer Überlastung, besonders bei Personen in der Doppelrolle als Geschäftsführung und Pflegedienstleitung.

Ein zentrales Modell ihres Vortrags war das „Haus der Arbeitsfähigkeit“, das Faktoren wie Gesundheit, Kompetenzen, Werte und Führung einbezieht. Auch die Gestaltung eines gesundheitsfördernden Arbeitsumfelds war Thema: Führungskräfte beeinflussen nicht nur das Betriebsklima, sondern auch ganz konkret die Häufigkeit von Muskel-Skelett-Erkrankungen, die mit rund 25 Prozent die Hauptursache für Fehlzeiten darstellen.

Mentale Gesundheit ist keine Privatsache

Neben der Verhältnisprävention – etwa ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung – betonte Nowara die Bedeutung von Wertschätzung, Kommunikation und Stressbewältigung. Ihre Botschaft: Mentale Gesundheit beginnt bei der Führung – und ist längst keine „Privatsache“ mehr.

Der Workshop führte die Teilnehmenden praxisnah durch Themen wie Stressbewältigung, Resilienzförderung und Achtsamkeit. In Gruppenübungen erprobten die Teilnehmenden Methoden, die sich in den Pflegealltag integrieren lassen – mit dem Ziel, Burnout und Überforderung vorzubeugen.

 

Erleben Sie Susen Nowara und weitere inspirierende Referentinnen beim Netzwerktreffen Frauen führen Pflege am 9. Oktober in Berlin.