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Pflege zu Hause: Drei Viertel der Angehörigen emotional stark belastet

Pflegende Angehörige leiden unter enormen Belastungen. Eine neue Diakonie-Umfrage zeigt: 75 Prozent der Befragten berichten von einer hohen emotionalen Belastung der pflegenden Angehörigen, knapp 70 Prozent beobachten psychische Belastungen. Körperliche Belastungen betreffen laut der Umfrage über 50 Prozent der Pflegenden.

Elke Ronneberger Bundesvorständin für Sozialpolitik bei der Diakonie Deutschland
„Der Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung ist für die betroffenen Menschen kompliziert und undurchschaubar“, so Elke Ronneberger. Foto: Diakonie/ Die_Hoffotografen

Die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden bringt massive Belastungen mit sich. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Diakonie Deutschland, die zum Europäischen Tag der pflegenden Angehörigen am 6. Oktober veröffentlicht wurde. Laut dem Verband werden etwa 3,1 Millionen der rund 5,2 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland daheim versorgt.

Für die bundesweite Erhebung befragte die Diakonie mehr als 560 Pflegeberaterinnen und -berater zu den akuten Pflegesituationen. Die Ergebnisse verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderungen: 75 Prozent der Befragten berichten von einer hohen emotionalen Belastung der pflegenden Angehörigen, knapp 70 Prozent beobachten psychische Belastungen. Körperliche Belastungen betreffen laut der Umfrage über 50 Prozent der Pflegenden.

Einschränkungen im gesamten Lebensbereich

Die Belastungen beschränken sich nicht nur auf die direkte Pflegetätigkeit. Laut Diakonie leiden pflegende Angehörige unter dauerhaften zeitlichen Bindungen und Einschränkungen im Privatleben. Viele haben weniger Kontakt zu Freunden, kämpfen mit finanziellen Sorgen und haben Schwierigkeiten, Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren.

Diakonie-Bundesvorständin Elke Ronneberger kritisiert vor diesem Hintergrund aktuelle politische Diskussionen scharf: „Gerade wird darüber geredet, was man in der Pflegeversicherung einsparen kann. Dabei werden Vorschläge gemacht, die zulasten pflegender Angehöriger gehen. Das ist der falsche Weg“, sagte sie laut Mitteilung. Stattdessen müsse die Politik pflegende Angehörige entlasten und stärken.

Komplizierte Bürokratie verschärft die Probleme

Die Umfrage deckt auch strukturelle Probleme auf: Der Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung ist laut Ronneberger für die betroffenen Menschen „kompliziert und undurchschaubar“. Die Befragung habe belegt, dass pflegende Angehörige aus Kostengründen auf notwendige Leistungen verzichten.

Damit die häusliche Pflege leichter wird, brauche es vor allem Hilfe bei der Organisation des Pflegealltags und beim Beantragen von Leistungen, so die Diakonie. Pflegende Angehörige wünschten sich „wohnortnahe, flexible und bezahlbare Unterstützungsleistungen, die zeitnah zur Verfügung stehen“, erläuterte Ronneberger.