News
Deutsche sehen Pflegesystem mehrheitlich kritisch
Hohe Kosten, schlechte Versorgung: Die Mehrheit der Deutschen blickt einer Umfrage zufolge skeptisch auf das Pflegesystem. Nur gut ein Drittel der Befragten bewertet die Versorgung Pflegebedürftiger positiv. Die meisten wünschen sich eine vollständige Absicherung durch die Pflegeversicherung.
Zwei von drei Menschen in Deutschland bewerten das Pflegesystem negativ. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit halten 62 Prozent die Versorgung von Pflegebedürftigen für „nicht so gut“ oder „gar nicht gut“. Lediglich 35 Prozent schätzen sie als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Für die Erhebung befragte das IfD im Oktober rund 4.400 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren online.
Kosten und Personalmangel als Hauptprobleme
Als größte Schwierigkeiten des Pflegesystems identifizieren die Befragten finanzielle Belastungen und fehlende Fachkräfte. 70 Prozent nennen die hohen Kosten für Pflegebedürftige und deren Familien bei einer Versorgung im Heim als zentrales Problem. 68 Prozent sehen den Mangel an Pflegekräften als kritisch an, während 64 Prozent die Finanzierung des gesamten Systems als größte Herausforderung betrachten.
Die Erwartungen an die geplante Pflegereform der Bundesregierung konzentrieren sich laut DAK-Umfrage ebenfalls auf finanzielle Aspekte. 87 Prozent der Teilnehmer fordern als wichtiges Reformziel, Pflege für alle bezahlbar zu gestalten. Für 79 Prozent hat die langfristige Sicherung der Finanzierung Priorität, während 73 Prozent eine Deckelung der Heimplatzkosten für elementar halten.
Mehrheit gegen private Vorsorge
Die Befragung zeigt eine deutliche Präferenz für eine umfassende staatliche Absicherung. Die Teilnehmer sollten zwischen zwei Positionen wählen: Entweder sollte man sich nach jahrelanger Einzahlung in die Pflegeversicherung auf eine komplette Absicherung verlassen können, oder die Pflegeversicherung sollte nur das Notwendigste abdecken und vor allem junge Menschen müssten zusätzlich privat vorsorgen. 55 Prozent stimmten der ersten Position zu, nur 25 Prozent der zweiten. 20 Prozent waren unentschieden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren