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Abbruchquote in der Pflegeausbildung steigt deutlich

Seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung 2020 ziehen laut einer epd-Erhebung deutlich mehr Auszubildende ihre Lehre nicht bis zum Schluss durch. Fachleute loben zwar die breitere Qualifizierung, bemängeln aber zu viele Fremdeinsätze und fehlende Spezialisierungsmöglichkeiten.

Ausbildung in der Pflege: Viele Azubis brechen die Ausbildung vorzeitig ab.
Foto: Werner Krüper

Laut Martin Mengel, Geschäftsführer des Vereins „Zukunftsfeste Pflege“ in Neubrandenburg, hat die Generalistik zu einer Ausweitung des Ausbildungsangebots geführt. „Seit der Generalistik haben wir mehr Betriebe, die ausbilden“, sagt er. Grund sei die Finanzierung über einen Ausbildungsfonds, aus dem Arbeitgeber ihre Kosten refinanziert bekommen. Dennoch müssten viele Pflegekräfte nach Ausbildungsende „eine längere Einarbeitungszeit“ durchlaufen, so Mengel.

Zerstückelte Praktika belasten Auszubildende

Kritik an der praktischen Umsetzung äußert Raimund Binder von der Arbeiterwohlfahrt Würzburg. Zwar begrüßt er die inzwischen finanzierte Praxisanleitung, beklagt aber, dass die Auszubildenden zu viele Einsätze in anderen Einrichtungen absolvieren müssten. „Im zweiten Ausbildungsjahr war einer unserer Azubis wegen Fremdeinsätzen und Urlaub kein einziges Mal bei uns“, so Binder. Beim Arbeitgeberverband Pflege sieht man sich durch steigende Abbruchquoten in der Kritik bestätigt. Geschäftsführerin Isabel Halletz berichtet von „zwischen 31 und 36 Prozent“ Abbrüchen – deutlich mehr als vor der Reform.

Schlechtere Bedingungen in der Altenpflege

Auch der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen bewertet die Situation skeptisch. Die erhoffte Attraktivitätssteigerung für den Beruf sei vor allem in der Altenpflege ausgeblieben, betont Geschäftsführer Sebastian Froese. Viele Auszubildende bevorzugten wegen höherer Vergütung und besserer Arbeitsbedingungen Kliniken. Laut dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe liege das Problem jedoch weniger in der Ausbildung selbst als in den „ungleichen Bedingungen in den einzelnen Versorgungsbereichen“. (epd).