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Charité führt verbindlichen Kompetenzrahmen für Bachelor Nurses ein

Mit dem neuen „Scope of Practice“ definiert die Charité erstmals konkret, welche Aufgaben akademisch ausgebildete Pflegefachkräfte übernehmen dürfen. Der Handlungsrahmen stärkt die Eigenverantwortung von Bachelor Nurses und erweitert ihre Kompetenzen – auch in Bereichen, die bislang Ärzt:innen vorbehalten waren.

Mit einem sogenannten Scope of Practice legt die Charité erstmals fest, welche Aufgaben akademisch ausgebildete Pflegefachpersonen eigenverantwortlich übernehmen dürfen. Foto: AdobeStock/Suteren Studio

Anlässlich des Tags der Pflegenden hat die Charité Universitätsmedizin Berlin ihren „Scope of Practice“ veröffentlicht. Dieser ordnet Bachelor Nurses „einen klaren Handlungsrahmen für den Arbeitsalltag“ zu und beschreibt Kompetenzen, die sie bereits im Studium erwerben. Dazu zählt auch, „bislang nur ärztlich vorbehaltene Tätigkeiten eigenverantwortlich durchzuführen“. Grundlage ist unter anderem das seit Januar 2026 geltende BEEP-Gesetz, das die Befugnisse akademisierter Pflegefachkräfte erweitert.

Acht Kompetenzbereiche für mehr Qualität

Der neue Standard umfasst, laut Charité, acht zentrale Kompetenzfelder entlang des gesamten Pflegeprozesses – von Analyse über Planung bis zur Evaluation sowie Forschung und Lehre. Ziel ist eine „evidenzbasierte, sichere und patientenzentrierte Pflege“. Charité-Dekan Prof. Joachim Spranger betont: „Die Bachelor Nurses sind zusätzlich zur beruflichen Kompetenz auch wissenschaftlich qualifiziert. Sie werden evidenzbasiertes und eigenverantwortliches Arbeiten in der Pflege noch stärker […] etablieren.“ Auch delegierte ärztliche Tätigkeiten sollen künftig dazugehören.

Mehr Verantwortung direkt in der Praxis

Bachelor Nurses übernehmen an der Charité eine aktivere Rolle in der Versorgung und bringen wissenschaftliche Erkenntnisse direkt ans Krankenbett. Sie beteiligen sich an Forschungsprojekten und prüfen kontinuierlich die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen. So entsteht laut Charité eine Versorgung, die „gezielt an den Bedürfnissen der Patient:innen ausgerichtet ist“ und sich fortlaufend weiterentwickelt.

Vorreiterrolle und neue Karrierewege

Für die Charité ist der „Scope of Practice“ ein strategischer Schritt: „Mit diesem klaren Kompetenzrahmen stärken wir […] vor allem die Qualität der Patientenversorgung“, sagt Carla Eysel, Vorstand Personal und Pflege. Internationale Erfahrungen zeigten, dass klare Kompetenzregelungen die Behandlungsqualität verbessern. Parallel baut die Charité ein Karrieremodell vom Einstieg bis zur Advanced Practice Nurse auf. Ein strukturiertes Transitionsprogramm soll Bachelor Nurses in den ersten zwölf Monaten begleiten und den Theorie-Praxis-Transfer sichern.