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Demenz: Mit humorvollem Austausch zu positiven Beziehungen

Humor kann, richtig eingesetzt, eine kraftvolle therapeutische Ressource bei der Betreuung von Menschen mit Demenz sein. Der Diplom-Soziologe Dr. Martin Herberg erläutert die verschiedenen Funktionen von Humor und ihren Einsatz.

Für den Aufbau positiver Beziehungen ist es wichtig, dass die Betreuungskräfte sich auf einen humorvollen Austausch mit den Gästen einlassen. Foto: AdobeStock/Andrey Popov.

Demenzbetroffene Personen verfügen über viel Humor, betont der Dipl. Soziologe und Pflegewissenschaftler Dr. Martin Herberg in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“. Ironie sowie kopflastiger und komplizierter Humor würden zwar meist nicht mehr so gut verstanden. Non-verbaler Humor und kleine Neckereien kämen aber hervorragend an. „Für den Aufbau positiver Beziehungen ist von großer Wichtigkeit, dass die Betreuungskräfte diese Impulse aufgreifen und sich auf einen humorvollen Austausch mit den Gästen einlassen“, so Dr. Herberg.

Drei therapeutische Funktionen von Humor

Der Soziologe definiert drei therapeutische Funktionen von Humor. Die erste sei die der Beziehungsgestaltung. „Angenommen, in einer Einrichtung ist es üblich, dass eine der Gäste – nennen wir sie Frau Roth – nachmittags beim Abspülen hilft“, erläutert Dr. Herberg dies anhand eines Beispiels. „Der Betreuer Hans sagt nun nicht: ‚Frau Roth, können Sie mir heute bitte wieder helfen‘, sondern er sagt: ‚Oh, Frau Roth, Sie sind mir so sympathisch‘. Frau Roth lacht und erwidert etwas in der Art wie: ‚Ja, ja, ich weiß schon, woher der Wind weht, ich soll helfen‘.“

Eine solche Szene sei ein typisches Beispiel für die vielen kleinen, heiteren Interaktionen, die das soziale Miteinander in einer Tagespflege positiv und angenehm machen.

Die zweite Funktion sieht der Experte ich in der aktivierenden Kraft von Humor. Egal, was man mit den Menschen mache, ob man etwas bastele, zusammen koche, ob man Lieder singe oder ein Gedächtnistraining mache – Humor helfe, die Gäste in Schwung zu bringen.

Humor als Krisenmanagement

Die dritte Funktion sei dann die des Krisenmanagements. Bei der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen komme es zu vielen Herausforderungen, es gebe aggressives Verhalten und damit einhergehend Konflikte. „Mit gutem Zureden oder vernünftigen Argumenten kann man solche Situationen meist nicht bewältigen“, so Dr. Herberg. „Demenzkranke Menschen reagieren aber sehr wohl auf alles Emotionale, vor allem auf Humor. Erfahrene Betreuungskräfte machen es oft so, dass sie in aufgeladenen Situationen etwas Lustiges singen oder sich selbst zum Clown machen.“

Lesen Sie das ganze Interview mit Dr. Martin Herberg in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“.