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Demonstration der Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen

Mit einer sogenannten „Black Week“ und zahlreichen damit verbundenen Aktionen wies die Freie Wohlfahrtspflege NRW auf die prekäre Lage der Altenhilfe in Nordrhein-Westfalen hin. Den Höhepunkt bidete eine Demonstration am 14. Juni in Münster zu der tausende Menschen aus verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens erwartet wurden.

Mit einer sogenannten „Black Week“ und zahlreichen damit verbundenen Aktionen wies die Freie Wohlfahrtspflege NRW auf die prekäre Lage der Altenhilfe in Nordrhein-Westfalen hin. Foto: cpd/Miriam Konietzny

Knappe drei Monate sind seit der letzten Demonstration der Diözesan-Caritasverbände Essen, Münster und Paderborn vor dem Landeshaus des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) vergangen, rund 500 Mitarbeitende der Caritas haben sich an dem Protestmarsch am 22. März beteiligt, eine Resolution wurde an den Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, Klaus Baumann überreicht. „Passiert ist seitdem, im Ergebnis: Wenig bis nichts, denn die geforderten wirtschaftlich auskömmlichen Pauschalangebote sind nicht umgesetzt“, heißt es in einer Mitteilung der Caritas in NRW.

„Einrichtungen werden insolvent gehen“

„Wenn der LWL nicht bald ein auskömmliches Angebot für ein vereinfachtes Verfahren vorlegt, werden im schlimmsten Fall Einrichtungen insolvent gehen, weil die Kosten der Pflege nach wie vor nicht gedeckt sind“, befürchtet Stefanie Siebelhoff, Direktorin für den Caritasverband im Bistum Essen. Veraltete Entgelte und steigende Personal- sowie Sachkosten verschärfen die finanzielle Situation.

„Die fortwährende Hinhaltetaktik in den Entgeltverhandlungen ist inakzeptabel“, verdeutlicht auch Dominique Hopfenzitz, Direktor der Caritas im Bistum Münster. „Die Träger der Altenhilfe stehen mit dem Rücken zur Wand, wir brauchen jetzt Lösungen, wenn die Versorgungssicherheit der uns anvertrauten Menschen jetzt und in Zukunft nicht gefährdet werden soll.“

„Es ist der Frust, der uns heute hier wieder vor die Türen des LWL treibt“, ärgert sich auch Hartmut Krabs-Höhler, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW in seiner Ansprache vor den Demonstrierenden in Münster. „Trotz unserer kontinuierlichen Bemühungen um eine Verbesserung der Situation in der Altenpflege, treten wir nach wie vor auf der Stelle. Und darum richtet sich unser Appell heute an den Landschaftsverband: Beschleunigen Sie die Prozesse! Finden Sie Lösungen! Lassen Sie uns nicht weiter im Regen stehen. Denn: Stillstand heißt Insolvenz. In unseren Altenheimen gehen bald die Lichter aus, wenn sich nicht bald etwas tut.“

Lage für Angehörige spitzt sich zu

Welche prekären Auswirkungen die desolate Lage im sozialen Bereich auf ganze Familiensysteme hat, macht auch Angehörigenvertreter Dr. Christoph Perwas wütend. Die Lage für pflegende Angehörige spitze sich aufgrund der Mangelsituation immer weiter zu. Einen Pflegedienst, einen Platz für Kurzzeitpflege oder gar einen stationären Pflegeplatz zu bekommen sei nahezu unmöglich, die Kompensation auf dem Rücken der pflegenden Angehörigen so nicht mehr dauerhaft leistbar. „Jeder weggefallene Pflegeplatz bedeutet eine Geschichte von Verzweiflung“, verdeutlicht Perwas aus persönlicher Erfahrung. „Jede Streichung eines Platzes bedeutet, dass ein weiterer älterer Mensch seine vertraute Umgebung verliert, dass Familien unter noch größerem Druck stehen und dass wir in der häuslichen Pflege oft an unsere Grenzen stoßen.“

Die Demonstration in Münster am 14. Juni 2024, bildet den Höhepunkt dieser Aktionswoche „Black Week“ . Die Veranstaltung wurde von verschiedenen Vertretern der LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW begleitet. Weitere Informationen zur „Black Week“ und den geplanten Veranstaltungen finden Sie unter www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de/blackweek