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DGQ fordert neue Perspektive auf Pflegequalität
Die DGQ fordert einen neuen Qualitätsbegriff in der Pflege: Weg von reinen Risiko-Indikatoren, hin zu Wirksamkeit, Lebensqualität und der Einbeziehung aller Beteiligten – auch in der Tagespflege.
Pflegequalität wird in Deutschland noch immer vor allem durch Kosten und Risikoindikatoren definiert. Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) will das ändern und setzt sich für einen erweiterten Qualitätsbegriff ein, der über gesetzliche Vorgaben hinausgeht. Holger Dudel, Leiter des Themenfelds „Pflege“ bei der DGQ, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Tagespflege: „Wir brauchen eine Qualität in der Pflege, die mehr umfasst als die Risikovermeidung. Sie muss auch Gesundheitsförderung, Leidensminderung und die Perspektive der Pflegeempfangenden berücksichtigen.“
Von Pflegequalität zu „Qualität in der Pflege“
Die DGQ unterscheidet bewusst zwischen dem etablierten Begriff „Pflegequalität“ und der weiter gefassten „Qualität in der Pflege“ (QidP). Während Pflegequalität sich an den Vorgaben des SGB XI orientiert und vor allem Indikatoren zur Risikovermeidung abbildet, integriert QidP subjektive und pflegefachliche Sichtweisen. „Die Qualität in der Pflege entsteht aus dem Zusammenspiel professioneller und informeller Pflege, den beteiligten Institutionen und den individuellen Ressourcen“, betont Mitautorin Almut Strathe, Personal- und Organisationsentwicklerin.
Tagespflege im Fokus
Gerade in Tagespflegeeinrichtungen wird deutlich, dass die institutionalisierte, risikobezogene Qualitätseinschätzung nicht ausreicht. Für Gäste und Angehörige spielen Faktoren wie Lebensqualität, soziale Teilhabe oder Kommunikation eine entscheidende Rolle. Diese Dimensionen lassen sich nicht so leicht messen, sind aber zentral für wirksame Versorgung.
Wirksamkeit statt Formalien
Um diese erweiterte Qualität sichtbar zu machen, setzt die DGQ auf Instrumente wie interne Audits. Dabei gehe es nicht um Formalien, sondern um die Frage, wie Maßnahmen tatsächlich wirken – ob Bewegungsangebote die Teilnehmenden stärken oder ob Fortbildungen Wissen in den Alltag bringen. „Gute Pflege entsteht im Zusammenspiel von Empathie, fachlicher Kompetenz und geeigneten Rahmenbedingungen. Dafür sind umfassende Qualitätskriterien nötig, die den tatsächlichen Nutzen abbilden“, so Dudel.
Der vollständige Fachbeitrag von Holger Dudel und Almut Strathe ist in der Tagespflege, Ausgabe 9/2025, erschienen.
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