News
Drohende Einschnitte: Freie Wohlfahrtspflege NRW schlägt Alarm
Geht es nach dem Entwurf des NRW-Haushalts 2025 stehen wohl zahlreiche Kürzungen im sozialen Bereich bevor. Eine Reduzierung um rund 53 Prozent (knapp 7 Mio. Euro) der Landesförderung für Alter und Pflege steht im Raum.
Die Freie Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen schlägt Alarm: Eine geplante Kürzung der Landesförderung um rund 53 Prozent für den Bereich Alter und Pflege würde tiefgreifende Auswirkungen auf die Versorgung älterer Menschen und ihrer Angehörigen haben. Diese Kürzungen könnten nach Einschätzung der Freien Wohlfahrtspflege erhebliche Auswirkungen auf bestehende Projekte und Initiativen haben, die darauf abzielen, die Lebenssituation älterer Menschen zu verbessern und pflegende Angehörige zu unterstützen.
Die Landesförderung für Alter und Pflege verfolgt das Ziel, ältere Menschen möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen. Durch die geplanten Einsparungen befürchtet die Freie Wohlfahrtspflege, dass Projekte zur Förderung der Teilhabe und zur Verbesserung der Pflegesituation eingeschränkt oder ganz eingestellt werden könnten. Dies könnte dazu führen, dass präventive Angebote wegfallen, die helfen, stationäre Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Langfristig könnten dadurch höhere Kosten entstehen, beispielsweise wenn mehr Menschen in stationäre Pflegeeinrichtungen aufgenommen werden müssen.
Neben den direkten Auswirkungen auf die Pflegeangebote weist die Freie Wohlfahrtspflege auch darauf hin, dass die Kürzungen Kommunen vor Herausforderungen stellen könnten. Diese könnten gezwungen sein, eigene Mittel einzusetzen, um wichtige Unterstützungsangebote aufrechtzuerhalten.
Zwar begrüßt die Freie Wohlfahrtspflege den geplanten Anstieg der Mittel um 20 Millionen Euro für die Ausbildung in Pflege- und Gesundheitsberufen als eine Maßnahme zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Gleichzeitig kritisiert sie jedoch die vorgesehene Reduzierung der Mittel für die Investitionskosten der Pflegeschulen um knapp 70 Prozent. Diese Kürzungen könnten nach Ansicht der Freien Wohlfahrtspflege die Ausbildungskapazitäten und die Qualität der Pflegeausbildung beeinträchtigen.
Auch die geplante Reduzierung der Mittel für Baumaßnahmen in Pflegeeinrichtungen wird als problematisch angesehen, da zukünftig mehr Pflegeplätze benötigt werden, um den steigenden Bedarf zu decken.
Die Freie Wohlfahrtspflege betont, dass diese Kürzungen in einem Spannungsfeld mit den wachsenden Herausforderungen durch den demografischen Wandel und den steigenden Pflegebedarf in Nordrhein-Westfalen stehen. Eine langfristige Strategie zur nachhaltigen Pflegepolitik werde durch die geplanten Einsparungen aus ihrer Sicht erschwert.
Um gegen diese Sparpläne der Landesregierung Zeichen zu setzen, wollen die Träger der Freien Wohlfahrtspflege NRW nun eine erste von vier geplanten Mahnwachen am
Freitag, 13. September 2024 in der Zeit von 11:30 – 14:00 Uhr vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen durchführen.
Mehr zur Aktion: https://www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de/initiativen/nrw-bleib-sozial/einfuehrung
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren