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Ein Drittel wäre zum Ehrenamt in der Pflege bereit
Die große Mehrheit sorgt sich um die Pflege, gleichzeitig bleibt die eigene Vorsorge dünn. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Malteser – und skizziert Hürden und Anreize für freiwilliges Engagement.
In einer aktuellen YouGov-Umfrage zeigten sich 77 % der Befragten besorgt über die Pflege in Deutschland . Über 80 % betrachten den viel zitierten „Pflegenotstand“ als von der Politik nicht ausreichend erkannt und angegangen. Allerdings hat sich auch fast die Hälfte der Befragten noch keine Gedanken gemacht, wie ihre eigene Pflege im Alter aussehen sollte. Jeweils 14 % wünschen sich von Familie bzw. Freunden oder von einem ambulanten Pflegedienst gepflegt zu werden. Für 10 % ist eine Senioren-WG die passende Option, für 5 % ist es eine Altenhilfeeinrichtung.
Sorge macht Bezahlbarkeit der Pflege
Wenn Sie an das eigene Alter denken, äußern die Befragten Bedenken sowohl in Bezug auf eine Verschlechterung der Pflegebedingungen wie auch auf Einbußen der Lebensqualität im Falle der Pflegebedürftigkeit. Die Sorgen um die Bezahlbarkeit der Pflege und um den Verlust der Selbständigkeit, die jeder Zweite teilt, führen die Liste an. Dennoch sorgt die Mehrheit der Befragten nicht aktiv für ihre Pflege im Alter vor. Jeder Fünfte hat finanzielle oder juristische Vorbereitungen und nur 4 % haben organisatorische Vorbereitungen getroffen.
Zwei Drittel können sich Besuche und Gespräche vorstellen
Dass man im Laufe des Lebens mit dem Thema Pflege früher oder später in Berührung kommt, ist durchaus wahrscheinlich. Dabei sind Frauen deutlich häufiger in der Pflegebegleitung eingebunden als Männer: Fast jede zweite Frau, aber nur jeder dritte Mann hat laut der Umfrage schon die Pflege von jemandem begleitet. Die Familie ist der Ort, an dem die meisten Menschen in aktiven Kontakt mit der Pflege kommen. 29 % aller Befragten haben bereits ein Familienmitglied mitbetreut. Außerhalb der Familie trifft das nur auf 9 % zu. Gleichwohl ist ein Drittel der Befragten durchaus bereit, pflegebedürftige Menschen auch außerhalb der Familie ehrenamtlich zu begleiten. Vorstellen können sich die Befragten dabei vor allem Besuche und Gespräche (66 %), gefolgt von Ausflugsbegleitungen und der Unterstützung im Haushalt. Als Motivation nennen sie dafür den Wunsch, Gutes zu tun (57 %), Einsamkeit zu lindern (56 %) und später selbst Hilfe zu erhalten (53 %).
Ehrenamtliche außerfamiliäre Pflege lehnt Mehrheit ab
Allerdings kann sich eine Mehrheit (56 %) nicht vorstellen, sich ehrenamtlich an der Pflege von Nicht-Familienmitgliedern zu beteiligen. Als größte Hindernisse werden Zeitmangel und das Unbehagen, fremden Menschen zu nahe zu kommen (jeweils 34 %) sowie – gerade mit zunehmendem Alter – gesundheitliche Probleme (25 %) angeführt. Jeder Vierte hat Bedenken, der Aufgabe gewachsen zu sein, und für jeden Zehnten sind fehlende Informationen zu den Möglichkeiten, mitzuhelfen, ausschlaggebend. Als Anreize würden aus Sicht der Befragten zuallererst Aufwandsentschädigungen oder Rentenpunkte wirken. Für ein Viertel der Befragten ist die Bereitschaft, sich zu engagieren, allerdings nicht von Anreizen abhängig.
„Wir dürfen die mit dem Pflegenotstand verbundenen Probleme nicht auf die Versorgung körperlicher Beschwerden reduzieren. Pflegebedürftigkeit bringt viele Begleitprobleme mit sich: vom Bewältigen alltäglicher Aufgaben bis hin zu eingeschränkter Teilhabe am sozialen Leben“, sagt Clementine Perlitt, Generaloberin und Vizepräsidentin des Malteser Hilfsdienst. „Die ehrenamtliche Begleitung pflegebedürftiger Menschen kann hier viel bewirken, indem sie die Lebensqualität steigert und für Entlastung sorgt. Organisationen wie die Malteser sind eine gute Anlaufstelle – sowohl für diejenigen, die Unterstützung suchen, als auch für diejenigen, die helfen wollen.“
https://www.malteser.de/ehrenamtsmonitor.html
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