News

Generationenprojekt in der Tagespflege gescheitert

Die im Juni eröffnete Tagespflegeeinrichtung „Seniors & Kids“ im bayerischen Hof hat ihren Betrieb nur wenige Monate nach dem Start eingestellt. Die Insolvenz des ambitionierten Generationenprojekts wurde von der Geschäftsführerin Nicole Kießling bestätigt. Ende Oktober musste die Einrichtung endgültig schließen.

Bereits kurz nach der Eröffnung, muss die Tagespflege "Seniors & Kids" aufgrund mangelnder Nachfrage wieder schließen. Foto: Adobe Stock/ Friedberg

Die Tagespflege „Seniors & Kids“ war mit einem innovativen Konzept gestartet: Kinder und Senior:innen sollten unter einem Dach betreut werden, um den Austausch zwischen den Generationen zu fördern. Trotz der groß angelegten Planung und eines kostenintensiven Umbaus scheiterte das Projekt.

Wie die „Frankenpost“ berichtet, nennt Geschäftsführerin Nicole Kießling die unzureichende Nachfrage im Seniorenbereich als Hauptgrund für die Insolvenz. „Es gab zu wenig Anmeldungen von Senioren“, erklärte sie gegenüber der Frankenpost. Die wenigen Gäste, die das Angebot zunächst nutzten, seien später in Altenheime gewechselt. Neue Anmeldungen waren nicht schnell genug, um die laufenden Kosten zu decken und die Anforderungen der finanzierenden Bank zu erfüllen.

Erschwerend kam eine unerwartet lange Bauphase hinzu. Das ehemalige Möbelhaus musste umfangreich umgebaut werden, was zusätzliche Kosten verursachte. „Die Bauphase hat zu lange gedauert, am Ende hat die Bank gedrängelt. So schnell, wie die Bank es wollte, konnten wir die Einnahmen nicht verzeichnen“, erläuterte Kießling.

Mitarbeitende und betreute Personen gut untergekommen

Trotz aller Bemühungen, die Insolvenz abzuwenden, musste der Betrieb eingestellt werden. Laut Kießling wurden alle Beteiligten gut untergebracht: Die betreuten Kinder und Senior:innen fanden andere Pflegeeinrichtungen, und die rund 20 Mitarbeitenden konnten neue Stellen in der Pflegebranche antreten. Auch sie selbst ist inzwischen wieder in der Pflege tätig.

Das Projekt „Seniors & Kids“ war mit großen Hoffnungen gestartet. Nach dreieinhalb Jahren Planung und einer umfangreichen Modernisierung wurden rund 1300 Quadratmeter des ehemaligen Möbelhauses barrierefrei und modern eingerichtet. Das Konzept sah gemeinsame Aktivitäten wie Kochen, Basteln oder Spielen vor, bot aber auch Rückzugsmöglichkeiten für beide Altersgruppen. Dennoch blieb das Erdgeschoss des Gebäudes weiterhin leer, und wirtschaftlich konnte sich das innovative Projekt nicht dauerhaft etablieren.

Die Insolvenz des Projekts zeigt, wie herausfordernd es ist, neue Wege in der Pflegewirtschaft zu gehen, auch wenn das Konzept fachlich und menschlich überzeugt.