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Marktanalyse: Tagespflege erlebt einen Boom
Die Tagespflege hat sich in Deutschland zu einem wichtigen Teil der teilstationären Pflege entwickelt, insbesondere durch die Pflegereformen, wie das Pflegewohngeld und das Pflegestärkungsgesetz I.
Eine aktuelle Analyse des Datendienstleisters pflegemarkt.com zeigt die Entwicklung der Tagespflege auf. Der Aufschwung der Tagespflege begann im Jahr 2008 mit der Einführung des Pflegewohngeldes (PWG). Pflegebedürftige, die teilstationäre Pflege nutzten, konnten trotz voller Inanspruchnahme des Leistungsbudgets mindestens 50 Prozent der Sachleistungen oder des Pflegegeldes behalten. Bei 50-prozentiger Nutzung der Tagespflegeleistungen nach dem PWG blieb der volle Sachleistungs- oder Pflegegeldanspruch erhalten. Dies führte zu einem erheblichen Anstieg der Tagespflegeplätze, die von 1999 bis 2007 um 62 Prozent und von 2007 bis 2015 um 138 Prozent (von 21.600 auf 51.400 Plätze) zunahmen.
Entwicklung des Pflegemarkts: 2018 bis 2024
Die Einführung des Pflegestärkungsgesetzes I (PSG I) brachte eine weitere Dynamik in den Markt, indem es 100 Prozent Sachleistung für die Tagespflege ermöglichte. Die Anzahl der Tagespflegeplätze stieg auf etwa 120.000. Von 2018 bis Ende 2024 wuchs die Zahl der Tagespflegestellen um 48 Prozent, mit monatlich etwa 23 neuen Eröffnungen im Jahr 2024. Diese Entwicklung zeigt die steigende Bedeutung der Tagespflege in der deutschen Pflegelandschaft, schreiben die Autoren der Auswertung auf pflegemarkt.com.
Gemeinnützige Trägerschaft dominiert
Der Markt der Tagespflege ist, ähnlich wie der von Alten- und Pflegeheimen, überwiegend gemeinnützig geprägt. Etwa 55 Prozent der Tagespflegen werden von großen Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas, diakonischen Trägern und dem DRK betrieben. Kommunale Anbieter machen etwa 3 Prozent aus, während private Betreiber rund 42 Prozent stellen. Die größten Anbieter von Tagespflege sind jedoch oft privat, da gemeinnützige Betreiber häufig in kleinteiligen Strukturen organisiert sind.
Die Verteilung der Trägerarten variiert stark zwischen den Bundesländern. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen sind mehr als die Hälfte der Tagespflegen privat geführt, während in anderen Bundesländern gemeinnützige Betreiber dominieren. Diese Verteilung ähnelt der in der vollstationären Pflege, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass viele große Betreiber Tagespflege an ihren vollstationären Standorten anbieten.
Unterschiede zwischen Stadt und Land
Auch zwischen städtischen und ländlichen Gebieten gibt es Unterschiede in der Verteilung der Tagespflegeanbieter. In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern machen private Betreiber etwa 40 Prozent der Tagespflegen aus, während sie in kleineren Gemeinden und Dörfern einen größeren Teil stellen. In diesen ländlichen Regionen würde ohne private Anbieter ein wichtiger Teil der Pflegeversorgung fehlen.
Mit zunehmender Einwohnerzahl der Städte steigt auch die durchschnittliche Größe der Tagespflegen – von 16 Plätzen in ländlichen Gemeinden bis zu 17 Plätzen in Großstädten. Insgesamt liegt die durchschnittliche Platzzahl einer Tagespflege bei 16, wobei kommunale und gemeinnützige Träger im Durchschnitt 15 Plätze und private Anbieter 18 Plätze anbieten.
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