Aktivierung und Betreuung
Mit bewussten Berührungen zu mehr Wohlbefinden
Beim Pflegekonzept respectare® erweitern Mitarbeitende ihre Berührungskompetenz gegenüber Menschen mit Demenz. Ein Ergebnis: Das Konzept sorgt für mehr Wohlbefinden – und zwar gleichermaßen bei den Gästen wie bei Pfleegenden. Insbesondere für Tagespflegen sei respectare® gut geeignet, sagt Sebastian Raasch, Einrichtungsleiter der ASB-Tagespflege Langenhorn.
Zunächst einmal sei respectare® ein „Haltungskonzept“, erklärt Sebastian Raasch, Einrichtungsleiter der ASB-Tagespflege Langenhorn in Hamburg, im Interview mit der Fachzeitschrift „TP“: „Es geht darum, dass die Mitarbeitenden sich mit ihrer Haltung in Bezug auf ihre Berührungen mit Menschen mit Demenz auf einer Metaebene auseinandersetzen“, so Raasch. In der Regel reflektierten Pflege- und Betreuungskräfte ihre Berührungen mit den zu betreuenden Menschen nämlich kaum und hätten somit keine bewusste Haltung entwickelt, die sich in ihrem Verhalten ausdrücke.
„Aus meiner praktischen Erfahrung werden ältere Menschen fast kaum noch berührt und wenn sie berührt werden, dann nur noch im funktionellen Kontext im Rahmen einer Problemlösung“, führt Raasch weiter aus. Demgegenüber gebe es aber einen beziehungsorientierten Bedarf bei älteren Menschen. Auch sie bräuchten Nähe, Wärme, Geborgenheit und Zuwendung. In der Praxis gebe es dafür unterschiedliche Berührungsformen, etwa am Kopf, an der Hand, am Rücken oder am Fuß.
„Hauptsächlich Handberührungen“
„Hauptsächlich werden jedoch Handberührungen in unserer Tagespflege durchgeführt“, berichtet Raasch – und gibt ein Beispiel: „Da unsere Einrichtung auf Menschen mit Demenz spezialisiert ist, geht es uns erstmal darum, dass Symptom der Angst aufgrund von fehlender Orientierung aufzufangen. Durch die symmetrische Feinabstimmung von Augenkontakt und Haltung kann die Pflege- und Betreuungskraft Anschluss an die Person mit Demenz finden. So spiegelt sie erstmal die Atmung des Besuchers und versucht eine Verbindung aufzubauen, anschließend wenn sie im Kontakt ist, geht sie in die Leitung über und holt sich das Einverständnis für die Berührung ein. Anschließend werden die wiederholenden Streichbewegungen in langsamen und umschließenden Fließbewegungen durchgeführt, die vom Körperzentrum zu den Extremitäten wegführen.“
So könne bisweilen das Angstzentrum von Menschen mit Demenz beruhigt und für Wohlbefinden gesorgt werden. Und davon profitierten dann auch die Mitarbeitenden. Raasch: „Diese Kompetenzerweiterung steigerte ihre Selbstwirksamkeit und erhöhte ihr Kohärenzgefühl. Des Weiteren sind sie jetzt in der Lage sich selbst zu beruhigen, wenn sie sich gestresst fühlen. So gab es auch des Öfteren den Fall, dass sich die Mitarbeitenden gegenseitig eine Handberührung schenkten, um sich selbst zu entspannen.“
Lesen Sie den ganzen Beitrag in der November-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“.
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