Digitalisierung
Neue Hotline soll Pflegeeinrichtungen beim TI-Anschluss unterstützen
Der gesetzlich vorgeschriebene Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) stellt Pflegeeinrichtungen vor erhebliche organisatorische Hürden. Laut VdSP-Co-Vorsitzendem Dr. Carsten Steinhoff liegt das Problem weniger in der Technik selbst als in der Umsetzung: Zwischen Kartenanträgen, Identverfahren, Portalzugängen und Anbieterwahl verlieren Betriebe schnell den Überblick – häufig ohne IT-Abteilung und ohne dediziertes Projektteam. Die Aufgabe lande in der Regel „on top“ bei Leitung und Verwaltung.
Von Carsten Steinhoff, Co-Vorsitzender des VdSP
Der TI-Anschluss ist für viele Pflegeeinrichtungen weniger eine technische Frage als eine Umsetzungsfrage. Zwischen Karten, Portalen, Anbietern, Identverfahren und Zuständigkeiten verlieren Betriebe schnell Zeit, oft schon beim ersten Schritt. Und genau das ist das Problem: Die Pflege soll digital anschließen, aber sie soll es neben dem laufenden Betrieb schaffen – ohne IT-Abteilung, ohne Projektteam, häufig „on top“ bei Leitung und Verwaltung.
Dabei ist die Informationslage für viele Einrichtungen fragmentiert. Es gibt Leitfäden, FAQ-Seiten, Antragsportale, Anbieterhinweise, doch in der Praxis bleibt die entscheidende Frage: Wo fange ich an, und wie gehe ich sicher weiter, ohne mich festzufahren? Aus dieser Lücke entsteht Unsicherheit. Und aus Unsicherheit wird Aufschub.
Genau deshalb startet der Verband für digitale Standards in der Pflege (VdSP) eine kostenfreie, anbieterunabhängige Telefonhotline, die Pflegeeinrichtungen beim Einstieg in die Telematikinfrastruktur (TI) begleitet, Schritt für Schritt, praxisnah und lösungsorientiert. Unser Anspruch ist dabei klar: Wir fordern Digitalisierung nicht nur, wir helfen, sie umzusetzen.
Warum eine Hotline?
Weil die ersten Hürden oft die größten sind. Viele Prozesse scheitern nicht am Willen, sondern an Details: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Welche Unterlagen brauche ich? In welcher Reihenfolge? Welche typischen Stolpersteine kann ich vermeiden? Gerade die ersten 20 Minuten entscheiden darüber, ob ein Betrieb ins Tun kommt – oder ob das Thema wieder „für später“ verschoben wird.
Der erste Fokus: der eHBA
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Pflegefachkräfte benötigen ihn, um sich künftig sicher in der TI zu authentifizieren, etwa für Anwendungen wie das E-Rezept oder den ePflegebericht. Der Gesetzgeber sieht den verpflichtenden TI-Anschluss für Pflegeeinrichtungen ab dem 1. Juli 2025 vor. In der Praxis hakt es jedoch weiterhin: Anwendungen sind nicht überall etabliert, technische Hürden bleiben hoch, und der Einstieg wirkt unnötig kompliziert.
Der eHBA-Antrag läuft über das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) und ist digital möglich, aber nicht selbsterklärend. Viele Einrichtungen fragen sich: Welche BundID-Stufe reicht aus? Wie werden die berufsbezogenen Angaben korrekt gemacht? Welche Dokumente müssen in welcher Form hochgeladen werden? Welche Auswahl ist beim Vertrauensdiensteanbieter sinnvoll? Genau hier setzt die Hotline an, mit konkreter Hilfestellung, Schritt-für-Schritt-Erklärungen und Antworten auf typische Praxisfragen.
Entlastung beginnt mit Planbarkeit
Wir nehmen den Fachkräften die Hürde, nicht die Verantwortung. Denn Digitalisierung kann nur dann gelingen, wenn sie nicht zur zusätzlichen Belastung wird, sondern zur spürbaren Entlastung beiträgt. Dazu gehört, dass Pflegekräfte sich auf Inhalte konzentrieren können, statt auf Bürokratie. Und dass Leitungskräfte Planungssicherheit gewinnen: Was ist erforderlich? Was ist der nächste Schritt? Was ist realistisch im eigenen Betrieb?
Mit der Hotline machen wir deutlich, wofür der VdSP steht: für digitale Standards, die entlasten, verbinden und schützen und für eine Pflege, die mit ihren Aufgaben wächst und mit ihr die digitale Infrastruktur. Der Einstieg darf nicht an Formalitäten scheitern. Er muss machbar werden und zwar im Pflegealltag.
Kontakt & Hotline
Sie haben Fragen zum TI-Anschluss, zur Beantragung des eHBA oder zur technischen Umsetzung in Ihrer Einrichtung?
Hotline: 030 7071906 90 oder per E-Mail an: ti-service@vdsp.org
Montag bis Freitag, 09:00–16:00 Uhr
TI-Voraussetzungen auf einen Blick
Um sich an die TI anzuschließen, benötigen Einrichtungen u. a.:
- Konnektor (stationär oder als Rechenzentrumsvariante)
- Kartenterminal zur Authentifizierung
- SMC-B Karte für die Einrichtung
- eHBA für Pflegefachkräfte
- TI-fähige Software für Anwendungen wie eRezept oder ePflegebericht
- Zugang zum VPN der TI (z. B. über einen zertifizierten Anbieter)
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