Digitalisierung
Zukunfts-Gipfel Digitale Pflege: Vom Reden ins Umsetzen kommen
Der Verband für digitale Standards in der Pflege (VdSP) startet 2026 gemeinsam mit dem Deutschen Pflegetag ein neues Format.
Die Digitalisierung der Pflege scheitere selten an mangelnder Einsicht, sondern am komplizierten Weg in die Umsetzung. Das schreibt Andreas Fischer, Co-Vorsitzender des Verbands für digitale Standards in der Pflege (VdSP), in Care Konkret. Hier setze der Zukunfts-Gipfel Digitale Pflege an, den der VdSP gemeinsam mit dem Deutschen Pflegetag ab 2026 in Berlin ausrichtet.
Das Format ist laut Fischer bewusst nicht als reine Diskussionsveranstaltung konzipiert. Es verbinde Austausch und konkrete Unterstützung. Im Zentrum stehe die Frage, wie Digitalisierung den Pflegealltag tatsächlich entlasten könne. Die Antwort beginne nicht bei der Technik, sondern bei der Anwendbarkeit – Systeme müssten für Pflege- und Leitungskräfte barrierefrei nutzbar sein.
Konkretes Element des Gipfels ist eine geplante Antragsstrecke für den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Für viele Einrichtungen sei der Einstieg in die Telematikinfrastruktur kein strategisches, sondern ein praktisches Problem: fehlende Zeit, unklare Zuständigkeiten, komplexe Verfahren. Gemeinsam mit Partnern wie dem elektronischen Gesundheitsberuferegister (eGBR) sollen Einrichtungen vor Ort Anträge stellen, laufende Prozesse abschließen und offene Fragen klären können.
Die Patenschaft für die Antragsstrecke übernimmt Katrin Staffler (CSU), Pflegebeauftragte der Bundesregierung. Fischer wertet dies als Signal, dass Praxis, Politik und Technologie gemeinsam Verantwortung übernehmen müssten.
Laut Zahlen der gematik, die der VdSP zitiert, haben mehr als 80 Prozent der Pflegeeinrichtungen den eHBA bereits beantragt oder erhalten. Die Bereitschaft sei also vorhanden – nun müsse aus den formalen Voraussetzungen praktische Anwendung werden.
Fischer betont mit Blick auf den Grundsatz „ambulant vor stationär“ die Notwendigkeit anschlussfähiger Lösungen für das ambulante Umfeld. Ohne eine digital handlungsfähige Pflege funktioniere auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens insgesamt nicht. Pflege sei kein Randbereich digitaler Versorgung.
Der Zukunfts-Gipfel richte sich an Entscheidungsträger:innen aus Einrichtungen, Verbänden, Politik und Digitalwirtschaft. Ziel sei es, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur gut klingen, sondern im Alltag funktionieren. (ck)
Weitere Informationen zum Zukunfts-Gipfel Digitale Pflege und zum Deutschen Pflegetag 2026 unter www.vdsp.de sowie www.deutscher-pflegetag.de.
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