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Pflegeschulen fühlen sich von NRW-Regierung unter Druck gesetzt

Die überraschende Entscheidung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), die bundesgesetzliche Frist für die Anpassung von Lehrerstellen und Lehrerqualifikationen in der Pflege von zehn auf fünf Jahre zu verkürzen, bringe Ausbildungsunternehmen und Pflegeschulen in Not, warnt die APD-Gruppe aus Gelsenkirchen.

Angehende Pflegefachkräfte der APD in einer internen Schulung durch ihren Praxisanleiter
Angehende Pflegefachkräfte der APD-Gruppe in einer internen Schulung durch ihren Praxisanleiter Foto: Uwe Jesiorkowski

Ab 2022 und nicht erst ab 2026 müssen Pflegeschulen in NRW für jeden neuen Azubi-Kurs eine zusätzliche Lehrerstelle mit Bachelorabschluss vorweisen. Zahlreiche Institute können diese Auflage wegen des akuten Lehrkräftemangels in der Pflege trotz enormer Anstrengungen in der Personalakquise aber nicht erfüllen.

Die „ohne Not“ getroffene Regelung führe dazu, dass erste Altenpflegeschulen schließen, terminierte Kurse verschoben oder gleich ganz gestrichen werden müssen, heißt es in einem Schreiben der VDAB Bildungwerk gGmbH aus Gelsenkirchen an die APD-Gruppe, einen der größten privaten ambulanten Pflegeanbieter in Deutschland.

APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau reagiert empört: „Die Entscheidung der Landesregierung läuft unseren Anstrengungen, junge Menschen für die Pflege zu gewinnen, zuwider. Dringend benötigte Schulplätze werden verknappt, die angehenden Pflegekräfte werden verunsichert, der gerichtsbekannte Fachkräftemangel in der Pflege wird weiter zunehmen.“

Allein die APD muss aus dem Stand vier Auszubildende, die zum 1. Oktober 2021 in Gelsenkirchen bei der VDAB starten sollten, kurzfristig in der ToP Pflegeschule in Bottrop unterbringen. Mitglieder der Fachverbände VSD in Gelsenkirchen oder wig Wohnen in Gemeinschaft gaben bei einer Umfrage an, sie seien noch auf der Suche nach Alternativen.

Akut fehlen in NRW rund 420 Pflegepädagog:innen, bis Ende 2025 werden es rund 1.000 sein, heißt es in dem Brief der VDAB, einer der ältesten Pflegeschulen der Region: „Alle Vorschläge der Schulen und Verbände, zum Beispiel der verstärkte Einsatz berufserfahrener Pflegefachkräfte, die dann parallel studieren, wurden bisher abgeblockt. Der Mangel ist aus rein politischen Gründen hausgemacht.“