News
Tageshospize schließen Versorgungslücke
Auch Menschen, die an einer unheilbaren und lebensverkürzenden Erkrankung leiden, wollen meist so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Tageshospize bieten hier eine Möglichkeit, die Versorgungslücke zwischen Krankenhaus, häuslicher Pflege sowie stationärem Hospiz zu schließen.
Im Tageshospiz der Diakonie Mögeldorf haben Aktivitäten wie das gemeinsame Backen für die Tagesgestaltung eine besondere Bedeutung.
Foto: S. Schlie/Evangelischer Gemeindeverein Nürnberg-Mögeldorf
Die Rahmenvereinbarung nach § 39 a Abs. 1 Satz 4 SGB V, in der auch die teilstationären Hospizversorgung beschrieben wird, liegt seit 1998 vor. Dennoch konnten sich Tageshospize im Gegensatz zu Ländern wie Österreich und England hierzulande noch nicht etablieren. "In Deutschland ist die Versorgung mit stationären Hospizen sehr gut. Dies könnte ein Grund dafür sein”, sagt Anja Schneider, Geschäftsführerin der "Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH” und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands im Deutschen Hospiz- und PalliativVerband. Dort leitet sie die Arbeitsgruppe "Tageshospize”. Ein Tageshospiz ermögliche schwerkranken Menschen größtmögliche Normalität und eine Tagesstruktur, die sie aus eigener Kraft nicht mehr organisieren können. Jeder Gast kann sich aktiv einbringen und findet unterschiedliche Möglichkeiten, um seinen Tag auf erfüllende Weise zu gestalten.
Anders als in einem stationären Hospiz sei es keineswegs ungewöhnlich, dass die Gäste parallel zu ihrem Aufenthalt noch eine Bestrahlung oder eine palliative Chemotherapie erhielten, erläutert Sabine Wittmann. Sie ist Leiterin im Tageshospiz des evangelischen Gemeindevereins Nürnberg-Mögeldorf, das im Oktober 2019 seine Tätigkeit aufnahm und im Nürnberger Mathilden-Haus untergebracht ist. Es ist deutschlandweit das erste, das als eigenständige Einrichtung mit eigenem Personal einen Versorgungsvertrag abgeschlossen hat. Allerdings teilt man sich die Wäscherei sowie die Reinigung mit dem stationären Hospiz und erzielt so Synergieeffekte. "Es war viel Arbeit, wir sind stolz, dies im Rahmen eines Pilotprojekts erreicht zu haben”, sagt Wittmann.
Verlässliche Zahlen über die Anzahl und die Ausgestaltung der Tageshospize in Deutschland, einschließlich der Rechtsform, liegen zurzeit noch nicht vor. Aus diesem Grund sei eine Evaluation geplant, kündigt Anja Schneider an. "Die AG ‚Tageshospize‘ wird alle Akteure im September 2020 zu einem Erfahrungsaustausch einladen.” Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu dienen, die derzeitige Versorgungslandschaft abzubilden und in eine Handreichung einfließen.
Den ganzen Beitrag "Mehr Lebensqualität dank Tageshospiz" lesen Sie in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift TP.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren