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Warnung vor immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen

„Eine Beschäftigung von Pflegekräften kann nur in einem gesunden wirtschaftlichen Umfeld erfolgen. Leider sind die derzeitigen Rahmenbedingungen aber alles andere als günstig“, warnt Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad).

bad-Geschäftsführerin Andrea Kapp Foto: bad e.V.

„Umfragen, wie sie zuletzt die Diakonie Hessen erhoben hat, offenbaren die Existenznot der Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste, die seit Jahren mit immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen zurechtkommen müssen. Ein entscheidender Faktor für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist zuvorderst die unzureichende Refinanzierung der Kostensteigerungen, wozu natürlich auch die Personalkosten zählen“, so Kapp.

Die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zu den Medianentgelten würden die guten Verdienstmöglichkeiten für Fachkräfte in der Altenpflege belegen. Erstmals sind die Entgelte 2023 mit rund 3900 Euro monatlich höher als der Median aller bei dieser Erhebung erfassten Branchenentgelte, darunter auch die akademischen Berufe. In acht Jahren ist demnach der Verdienst einer Pflegefachkraft im Median laut Entgeltatlas bundesweit um über 40 Prozent angestiegen, rechnet der Verband vor.

„Diese Zahlen widerlegen die Mär von der schlecht bezahlten Fachkraft in der Pflege und bestätigen die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Werte zu den Gehältern in der Pflege. Die gute Entlohnung ist für die Erhaltung und Steigerung der Attraktivität dieses gesellschaftlich wichtigen Berufsfeldes mehr als gerechtfertigt und eine positive Entwicklung“, so Kapp.

Beispielhaft nennt sie das Bundesland Schleswig-Holstein. Von 2015 bis 2023 nahm dort das Medianentgelt der Altenpflegefachkraft um circa 60 Prozent zu. Die Vergütungen hinkten dem aber hinterher: Sie erhöhten sich im selben Zeitraum im Bereich der Grundpflege um rund 43 Prozent und im Bereich der Krankenpflege gar nur um 38 Prozent.

„Hier erwarten wir von den Kostenträgern größeres Verständnis für die Situation der Pflegebetriebe und ein stärkeres Entgegenkommen in den Verhandlungen, sprich: höhere und den Erfordernissen angemessene Vergütungen“, so Kapp.