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Wird Wohnen für Pflegekräfte bald unbezahlbar?

Eine europaweite Datenauswertung zeigt, dass selbst Pflegekräfte mit ihrem durchschnittlichen Einkommen an bestimmten Orten zu viel ihres Gehalts für eine kleine Wohnung bezahlen müssen. Besonders betroffen sind demnach große Städte sowie Regionen im Süden Deutschlands. Die Analyse stammt von CORRECTIV.Europe und basiert auf Miet- und Einkommensdaten aus ganz Europa.

Durchschnittliche Angebotsmieten und -preise basierend auf Anzeigen von Nestoria und Properstar, zwischen März 2024 und März 2025. Mittlere Nettogehälter, Kreditlaufzeit 30 Jahre. Quelle: CORRECTIV.Europe / ESPON House4All / Bundesagentur für Arbeit

In Deutschland zeigt sich die Wohnkrise laut der Analyse vor allem in Metropolen und im Süden des Landes. In sieben der zehn größten Städte sind die durchschnittlichen Angebotsmieten für Pflegekräfte mit ihrem Einkommen nicht bezahlbar. Das berichtet das Recherchezentrum CORRECTIV.Europe auf Grundlage einer europaweiten Datenauswertung. Dabei gilt als Maßstab die sogenannte 30-Prozent-Regel. Demnach gelten Wohnkosten als bezahlbar, wenn sie höchstens 30 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen. In Städten wie Freiburg liegt die durchschnittliche Angebotsmiete für eine Wohnung jedoch über dieser Grenze.

Pflegekräfte als Gradmesser für Wohnungsmarkt

Die Analyse nutzt Pflegekräfte als Vergleichsgruppe für die gesellschaftliche Mitte. Sie stehen stellvertretend für systemrelevante Berufe, ohne die Städte und Gemeinden nicht funktionieren. Gleichzeitig liegt ihr Einkommen in Deutschland nahe am Median der Bevölkerung.

Pflegekräfte verdienen demnach hierzulande im Schnitt 4.329 Euro brutto im Monat. „Wo Pflegekräfte nicht wohnen können, ist auch die Mitte der Gesellschaft ausgeschlossen“, schreibt CORRECTIV.Europe.

Steigende Preise verschärfen die Lage

Hintergrund der Entwicklung sind stark gestiegene Wohnkosten. Laut den ausgewerteten Daten sind die Mieten in der EU zwischen 2015 und 2025 durchschnittlich um 21,1 Prozent gestiegen, die Kaufpreise sogar um 63,6 Prozent. In deutschen Großstädten erhöhten sich die Mieten innerhalb von zehn Jahren etwa um die Hälfte.

Für die Analyse kombinierte CORRECTIV.Europe Daten des europäischen Forschungsprojekts ESPON House4All mit Einkommensdaten von Pflegefachkräften. Ausgewertet wurden Online-Inserate für Miet- und Kaufwohnungen aus knapp 100.000 Städten und Gemeinden in Europa zwischen März 2024 und März 2025.

Hier gehts zur vollständigen Analyse und hier zur interaktiven Karte von CORRECTIV.