Führung

Gesundheitsorientierte Führung: Stress reduzieren – Mitarbeitende stärken

In der Pflege sind alle Mitarbeitenden wertvoll und kostbar. Und alle aufgrund einer vermeidbaren Erkrankung ausgefallenen Mitarbeitenden stellen eine mögliche Katastrophe dar. Führungskräfte müssen sich daher die Frage stellen, was sie aktiv unternehmen, um die Mitarbeitenden bei ihrer eigenen Gesunderhaltung zu unterstützen.

Wenn der Tagespflegeleitung die fachliche Einschätzung und das Wissen um die generellen belastenden Faktoren in der Tagespflege bewusst sind, kann sie Mitarbeitenden die „richtige” Unterstützung im Bereich des Stresserlebens anbieten. Bild: Fokussiert - AdobeStock.

Jeder Mensch bewertet Situationen auf verschiedene Art und Weise. „Was für den einen Mitarbeitenden eine völlig normale Situation darstellt, ist für einen anderen Mitarbeitenden ein belastender Zustand“, erklärt der Diplom-Psychologe Frank von Pablocki in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“. Der Experte verweis exemplarisch auf zwei „Stressoren“, die Ursachen für das Stresserleben sein können: „Zuerst kann ein herausforderndes Verhalten von Tagesgeästen als Stressor erlebt werden“, so der Experte. Schon der Umstand, dass die Mitarbeitenden darum wissen, dass ein bestimmter Tagesgast heute die Einrichtung besuchen wird, könne eine körperliche und/oder psychische Reaktion bei den Betroffenen auslösen. Als Zweites sei die Überlastung durch einen Ausfall von Mitarbeitenden zu benennen: „Die damit verbundene Verdichtung der zu erledigenden Aufgaben auf weniger Personen ist der eigentliche Stressor“, unterstreicht der Psychologe.

„Führungskräfte im Gesundheitswesen – und damit auch Führungskräfte in einer Tagespflege – arbeiten in einem für den Körper und die Psyche anstrengenden Beruf“, sagt Frank von Pablocki. Somit seien für die Führungskräfte auch das Wissen um körperliche (Rückenschmerzen, Infektionen u. a.) und psychische Beschwerden (Umgang mit Tod und Trauer, Überlastung u. a.) die wichtigsten Komponenten, um gesundheitsförderlich führen zu können.

Achtsamkeitsstrategie eines Langstreckenläufers

Grundsätzlich helfe es, sich die Achtsamkeitsstrategie eines Langstreckenläufers anzuschauen: Dieser verwendet in der heutigen Zeit eine Pulsuhr, um einen Teil seiner Vitalwerte zu überwachen“, so der Experte. „Sollte der Puls zu hoch sein, so verlangsamt er das Tempo und verringert damit die Belastung.“ Natürlich sollten Führungskräfte und Mitarbeitende nicht mittels einer Pulsuhr ihre Stressreaktion überwachen. Sie sollten sich aber dennoch im Laufe des Tages regelmäßig Zeit nehmen, um in sich hinein zuhorchen und die Frage „Wie geht es mir gerade?“ zu stellen.

Raucher seien in diesem Zusammenhang häufig im Vorteil, da sie sich regel mäßig ihre Auszeiten nähmen. „Nur was machen die Mitarbeitenden, die dieses gesund heitsschädigende Ritual nicht pflegen?“, fragt Frank von Pablocki. Er empfiehlt, dass hier eine generelle Lösung zum „Luftschnappen“ für alle Mitarbeitenden getroffen werden sollte. Attraktive Pausenräume hätten ebenfalls einen hohen gesundheits förderlichen Stellenwert. „Bieten Sie in diesem Zusammenhang Mitarbeitenden die Möglich keit des Abschaltens an“, rät der Experte.

Lesen Sie den ganzen Beitrag mit vielen weiteren Tipps in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift „TP“.