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Fachkräftemangel bremst Tagespflege in Germering – Sozialdienst setzt auf neue Wege zur Personalgewinnung
Die Tagespflege des Sozialdienstes Germering bei München steht unter Druck: Wegen fehlender Fachkräfte kann das Angebot derzeit nur eingeschränkt aufrechterhalten werden – trotz hoher Nachfrage. Hoffnung setzt der Träger auf Reformen, Qualifizierungsmaßnahmen und neue Vergütungsverhandlungen.
Die Tagespflegestätte des Sozialdienstes Germering in der Nähe von München kann seit geraumer Zeit nur noch an drei Tagen pro Woche – Dienstag, Donnerstag und Freitag – pflegebedürftige Menschen betreuen. Grund dafür ist der anhaltende Fachkräftemangel, der die Einrichtung trotz stabiler Nachfrage stark ausbremst. „Wir könnten deutlich mehr Gäste aufnehmen – die Nachfrage ist da“, betont Michael Wagner, geschäftsführender Vorstand des Sozialdienstes Germering gegenüber merkur.de.
Aktuell arbeiten elf Mitarbeitende in der Einrichtung, darunter eine Pflegedienstleitung, vier Fachkräfte, drei Betreuungskräfte und drei Hilfskräfte. Einige von ihnen sind über das Rentenalter hinaus auf Minijob-Basis tätig. Die Personaldecke ist jedoch zu dünn, um den gesetzlich geforderten Personalschlüssel für einen Betrieb an fünf Tagen pro Woche zu erfüllen.
Ein zusätzliches Problem liegt in der fehlenden dauerhaften Besetzung der Leitungsfunktion. Seit dem Führungswechsel 2024 ist die Stelle vakant und wird derzeit kommissarisch von der Leitung des ambulanten Pflegedienstes übernommen. Wagner macht deutlich: „Es ist schwierig, qualifiziertes Personal zu finden – vor allem für die Leitungsebene.“
München als Konkurrenz – Sozialdienst reagiert mit Strukturreformen
Der Sozialdienst sieht sich bei der Personalgewinnung in direkter Konkurrenz zur Stadt München. Dort locken nicht nur höhere Gehälter, sondern auch attraktivere Karriereperspektiven. Junge Pflegekräfte zieht es zunehmend in die Großstadt, während Einrichtungen im Umland, wie die Tagespflege in Germering, zunehmend Schwierigkeiten haben, Stellen zu besetzen.
Ein Ausbau des Standorts am Aubinger Weg ist baulich nicht möglich. Die Einrichtung steht unter Bestandsschutz und kann deshalb weder erweitert noch mit stationären Angeboten ergänzt werden. Auch eine Vernetzung mit anderen Pflegeeinrichtungen ist aufgrund der isolierten Lage als „Satellitenstützpunkt“ nur begrenzt möglich.
Sozialdienst kämpft weiter
Trotz dieser strukturellen Hindernisse zeigt sich der Sozialdienst kämpferisch. Interne Abläufe wurden bereits reformiert, die Führungsstruktur verschlankt und stärker betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Zudem plant der Träger, gezielt in Weiterbildung und Qualifizierung zu investieren – auch für Mitarbeitende mit Migrationshintergrund. Diese sollen langfristig zur Entlastung beitragen und den Betrieb stabilisieren.
Für die Jahre 2026 und 2027 sind neue Vergütungsverhandlungen mit den Pflegekostenträgern vorgesehen. Ziel ist es, die Einnahmeseite zu verbessern und mittelfristig wieder einen Fünf-Tage-Betrieb zu ermöglichen. Wagner bleibt vorsichtig optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den richtigen Maßnahmen unsere Tagespflege zukunftssicher aufstellen können.“
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